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I. Teil VI.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

schäftlichen Charakter abspreche, auch ein biß- 
chen Liebe mitspielen 1äßt.‘“ . 
Rebsch schüttelte ungläubig den Kopf, „Sie 
übertreiben.“ 
„Fällt mir nicht ein! Fragen Sie Henri, der 
weiß es. Hier denken meist alle so, nur ich bin 
der einzige, der sich selbst nichts vormacht. 
— Ist’s nicht so, Henri? Wie war’s bei den 
früheren Herren?“ 
Henri war außer sich, 
„Reden Sie, Henri!“ 
„Der gnädige Herr wollen mich auf die Probe 
stellen.“ 
„Was will ich?“ 
„Der gnädige Herr wollen sich von meiner 
Diskretion überzeugen.“ 
„Ach! Fällt mir nicht im Traum ein. Ihre 
Diskretion ist mir höchst langweilig, Sehen Sie, 
Rebsch,“ — und er wies auf Henri, der immer 
verlegener wurde — „das da sind die Leute, 
die geliebt werden; wo man nach dem Gelde 
nicht fragt; das heißt natürlich die Frau, der 
Mann fragt schon.“ 
Rebsch wand sich vor Vergnügen. 
„So’'n Mensch braucht gar nicht zu reden 
oder er kann die ganze Zeit über englisch 
sprechen und die Frau braucht kein Wort zu 
verstehen, nur um so besser. Aber so müssen 
sie aussehen, — gerade wie Henri, —“ — der 
wußte vor lauter Verlegenheit sich gar nicht zu 
bewegen, — „überlegen und resigniert! 
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