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I. Teil VII.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

die Herren ihn nur so lange behielten, bis sie 
ihn ausstudiert hatten. Er verlangte zwei Pfund 
die Woche und außerdem freie Kleidung; das 
war ungefähr nochmal das gleiche. Dafür war 
er seit nunmehr drei Jahren bemüht, den Ber- 
liner Herren, denen er diente, die Manieren 
eines englischen Gentleman beizubringen. 
„Schon neun Uhr?“ fragte Helldorf und faßte 
an den Kragen seiner Pyjama, da Henri seit 
mehreren Sekunden intensiv auf diese Stelle 
starrte. Er rückte mit leisem „ach so!“ die 
oberste Quaste zurecht, die sich verschoben 
hatte. 
„Yes, Sir.“ 
„Sprechen Sie deutsch! Wie oft soll ich 
Ihnen das sagen?“ 
Helldorf sprach laut, und Henri erwiderte: 
„Ich höre, Herr.“ Das klang aber mehr, als 
meinte er, daß Helldorf leiser sprechen dürfe. 
Henri öffnete die Tür zur Badestube, in der ihn 
der Masseur erwartete. 
„Morjen, Rebsch!“ 
„Guten Morgen, Herr Helldorf!“ 
„Ich bin wie gerädert heute. Sie müssen mich 
ordentlich wieder zurechtbügeln.“ 
„Wird gemacht, Herr Helldorf.“ 
Helldorf setzte ein Bein in die Wanne. 
„Brr! Ist das kalt.“ 
Rebsch lachte: „Ja, ja, die schönen Zeiten 
sind vorüber.“ 
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