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I. Teil XVII.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

Hilde fuhr in die Höhe, und sehr erregt fragte 
sie: „Wieso glaubst du, daß er mir begegnet? 
Er soll mir nicht begegnen!“ 
Frau Traute streichelte sie: „Äffchen!“ So 
sehr hat er dich erregt? Schlaf nun, wir wollen 
morgen weiter darüber sprechen.“ 
„Ich will nicht mit dir von ihm sprechen! 
Mit niemandem !“ 
„Er hat mir aber von dir gesprochen.“ 
Erstaunt und enttäuscht wiederholte Hilde: 
„Er hat mit dir über mich gesprochen?“ Sie 
ließ ihr Köpfchen leicht sinken und sagte dann 
traurig: „Warum tat er das?“ 
„Weil ich ihn danach fragte.“ 
„Wonach hast du ihn gefragt?“ 
„Ob er mit dir zufrieden war.“ 
Fieberhaft verlangte alles in Hilde nach Ant- 
wort. Sie beugte sich vor, so daß ihr Gesicht 
ganz nahe an dem der Mutter war, sie hob die 
Arme halb hoch und spreizte die Finger wie 
lauter Fragezeichen auseinander, riß weit die 
Augen auf und bewegte die Lippen. Aber sie 
fragte nicht. 
Und Frau Traute sagte: „Er fand dich klug, 
siehst du, und charmant — du hast ihm ge- 
fallen.“ 
„Mutter!“ schrie Hilde hell und freudig, fiel 
ihr zum ersten Male in ihrem Leben um den 
Hals und sagte tief heraus: „Ich bin ja so 
glücklich !“ 
Frau Traute umarmte sie, klopfte ihr leicht 
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