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I. Teil V.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

vor dem Verfolger. Wie Säulen weißen Mar- 
mors ragen bleich und starr die Arme in die 
Luft. Jede Muskel ihres Gesichtes, ihrer Arme 
spannt sich zur höchsten Kraft. Sie reißt die 
Augen auf und bohrt sie wie Nadeln in die 
starre Menge, die nichts begreift und nie geahnt, 
daß auch Rodin seinen Purgatoire voll aus dem 
Leben schöpfte. In letzter Spannung glaubt sie 
das Kind vom Fegefeuer sich entrissen. Ent- 
setzen packt sie. Wie schwere Tränen gleiten 
ihre Hände durch die Haare. Sie fährt empor. 
Rasend schlägt sie wieder zu Boden. Eine 
Ropsiade! Ecce diabole mulier! Da ver- 
stummen die Dudelsackpfeifer vor Grauen, und 
in ihre letzten Töne mischt sich Hildes er 
lösender Schrei: „Ah! Du!!“ Dann fällt sie 
platt zur Erde und wird ohnmächtig hinaus- 
getragen. 
„Die zweite Duse!“ 
„Sie hat sich zuviel zugemutet!“ 
„Die Sada Yacco ...!“ flüstern die Gäste 
und entfernen sich leise; wissen nicht, ob sie 
beim Abschied begeistert sein oder „Gute Bes- 
serung‘“ wünschen sollen. Unten erst lösen sich 
Unbehagen und Spannung. 
„Sie ist hysterisch!“ 
„Ach was, hysterisch! Meschugge is se! 
Kinder gehören ins Bett!“ 
Adolf packte Helldorf in ein Auto und in der 
Kannenbergschen Nische bringt er ihn bei 
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