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I. Teil V.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

Als Frau Traute ihre einleitenden Worte be- 
endet und als ersten Tanz La Bergere d’Alceste 
angekündigt hatte, trat sie ab. 
Ein Meer von Licht strahlte in den Saal. 
Schmeichelnd und gedämpft tönte die Musik 
Lullis, wenige Takte, und vor dem Vorhang 
erschien Hilde als Schäferin „Corset et jupe 
de toile blanche tamponne&s de gaze broche6&, & 
fleurs de differentes couleurs; draperies de toile 
rose couverte de gaze brochee, garnies de gaze 
A carraux, agrafees par des guirlandes de fleurs 
et ornees de noeuds et decoupures roses.“ — 
So stand’s getreu der Caponschen Schilderung 
auf dem Programm. 
Regungslos starrte sie in die Menge. Ihr 
Blick war leer. Als stände sie unter einer Hyp- 
nose. Wie elektrische Funken prickelte die 
Musik auf ihrem Körper. Sie konnte die Augen- 
lider nicht senken. In ihrem Kopf lag es dumpf 
und schwer. 
Das Publikum glaubte an ein lebendes Bild 
und klatschte laut Beifall. Ein Backfisch rief: 
„Miß Lincley von Gainsbourough!“ und wirkte 
fabelhaft. 
Hilde verschwand jetzt alles vor den Augen 
in weite Fernen und verwischte sich. Als blicke 
sie weit, weit in tiefe Säle, wo, kaum noch er- 
kennbar, viele Menschen durcheinander wühlten. 
„Tanzen!!!“ kreischte hinter der Kulisse Frau 
Traute. Wie zwei rasend geschlagene Schellen- 
Bo
	        
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