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Full text: Die blaue Laterne / Lindau, Paul (Public Domain)

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die geistesabwesend, bebend vor Frost und 
Erregung, zähneklappernd war Gabriele nach 
45 Hause zurückgekehrt — in ihr behagliches 
Zimmer, in dem die Lampe hinter dem Schirm noch 
immer friedlich brannte. Mademoiselle Berthe lag 
nebenan in tiefem, festem Schlaf und hatte nichts 
gehört. Gabriele warf Hut und Jackett ab, zog sich 
aus, legte ihren Schlafrock und ihre Morgenschuhe an 
und löschte das Licht. Dann tappte sie schleichend über 
den dunklen Korridor ins dunkle Eßzimmer. Sie tastete 
sich vorsichtig nach der Tur, die nach dem Gange zur 
üche führte, öffnete sie behutsam und lehnte sie 
an. Sie setzte sich auf einen Stuhl am Eßtisch, stützte 
den Rücken an die hohe Lehne, ließ die Arme sinken, 
und ihre Hände berührten sich wie zum Gebete. Sie 
wartete. Nur in schwachem Schimmer hob sich das 
große Quadrat des breiten Fensters in mattem Dunkel⸗ 
grau von der tiefen Finsternis ab, die wie ein Bahr⸗ 
tuch sie umhüllte. Ihre Blicke hafteten starrend an 
diesem etwas lichteren Viereck. 
In ihrem Inneren wogte eine stürmische Wirrnis, 
ihr Busen hob und senkte sich, bald in fiebriger Hast, 
bald träge schleichend. Qualvoll herausgepreßte, kurze 
schmerzliche Laute und langgezogene klagende Töne
	        
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