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Full text: Die blaue Laterne / Lindau, Paul (Public Domain)

227 — 
wenn ihr der Bruch der ehelichen Treue zur Last ge⸗ 
legt werden sollte, als der allein schuldige Teil ver⸗ 
urteilt würde. Und ich muß Ihnen wiederholen, der 
Brief allein beweist möglicherweise in den Augen des 
Richters noch nicht die von Ihnen behauptete Ver—⸗ 
gehung Ihrer Frau Wemahlin.“ 
Foeren, den die Berührung seiner Beziehungen 
zu Bella Stabella einen Augenblick stark beunruhigte, 
hatte bei der Schlußwendung der Kaempschen Rede 
seine Zuversicht wieder gewonnen. Mit' höhnischem 
Lächeln rief er: „Ha! Wenn's nur dieser eine Brief 
wäre! Dutzende von Briefen habe ich in Haͤnden 
Und noch ganz andere Dinge.“ 
„Wie haben Sie sich denn im Handumdrehen alles 
das verschaffen können?“ fragte Felix erstaunt. 
„Sehr einfach!“ erwiderte Gottfried großartig. „Ich 
habe ihren Schreibtisch erbrochen.“ 
Jetzt machte Kaemp eine unwillige Bewegung und 
erhob sich. „Ah!“ rief er mit dem Ausdrucke schärfster 
Mißbilligung aus, „das hätte ich an Ihrer Stelle nicht 
getan! Das Briefgeheimnis gehört zu den Dingen, 
die man unter allen Umständen respektieren sollte. Ich 
weiß nicht, wie Sie die Verletzung dieses Geheimnisses 
mit Ihren vornehmen Grundsätzen vereinbaren 
können.“ 5 
Ach wae· rief doeren/ , ldmmen Sie mir geht micht 
mit Vornehmheit! Wenn man hinter ein Verbrechen 
kommen will, werden Haussuchungen gehalten. Die 
Person hat Schlimmeres verletzt als das Briefgeheimnis. 
Ich bereue es keinen Augenblick, mir die Sachen ver—
	        
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