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Full text: Die blaue Laterne / Lindau, Paul (Public Domain)

1533 — 
dieses Themas ihm nicht unerwartet kam. Er fügter 
auch sogleich mit vollkommener Ruhe hinzu: „Sieh, 
mal, liebe Mama, wenn du mir sagst, daß ich mit 
meinen sechsundzwanzig Jahren noch zu jung bin, so 
möchte ich dir darauf erwidern, daß du zu dieser Auf- 
jassung vielleicht durch etwas Persönliches bestimmt 
wirst, das nicht immer zutrifft. Du nimmst mir das 
doch nicht übel, Mamg, wenn ich dir das sage? Du. 
hast sehr viel später geheiratet, und Papa war auch 
diel älter. Aber ich bin wirklich kein Kind mehr und 
habe mir alles sehr reiflich üherlegt... Ich habe nie 
ein junges Mädchen kennen galernt, zu dem ich mich 
so hingezogen fühlte wie zu Fräulein Gabriele. Daß 
sie ungewöhnlich anmutig und reizend ist, das ist bei 
iin wrtuch niht die daupesocheRWir haben uns ja 
oft recht intim unterhalten, und ich Jann dir dagen, 
Mamah alles an jhr ist echt wie Gold, glles von einer 
unbewmußten Vornehmheit, die man nicht genug be— 
wundern kann, Vornehmheit in ihrem Empfinden, in 
ihren Worten und Handlungen — was soll ich das 
himmlische Geschöpf hier anpreisen? Anpreisung mag 
hei Woren von zweigechaftetn Werte an Plathe sein. 
hier nicht. Ich kann dir nur sagen, liebe Mama, ich 
bin meiner Sache ganz sicher. Und ich habe an dich 
leine andere Bitte als die: überzeuge dich selbst, lerne 
Fräulein Gabrijele noch näher kennen, und du wirst 
begreifen, was ich dir sage: daß es für mich das größte 
Glück wäre, wenn Fräulein Gabriele mich lieb ge— 
wönne.“ 
Frau Katharina hatte mit wachsendem Erstaunen:
	        
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