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Full text: Die blaue Laterne / Lindau, Paul (Public Domain)

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„Ich habe bereits angenommen,“ sagte Rudolf. 
„Die gnädige Frau hat mir so viel von Ihrer geist— 
reichen Unterhaltung vorgeschwärmt, daß ich mir einen 
besonderen Genuß davon versprechen würde, Ihren 
Worten lauschen zu dürfen!“ 
Felix überhörte wiederum Rudis unverkennbare 
Herausforderung. Er wandte sich an Helenen und er— 
widerte freundlich: „Vielen Dank! Selbstverständlich 
wird es mir ein Vergnügen sein, mit Ihnen noch ein 
ein wenig zu plaudern.“ 
Foeren wollte die frische Abendluft noch genießen 
und ließ die drei andern allein ins Hotel gehen. Er 
kehrte in den verräucherten Klub zurück, um die frische 
Luft zu genießen. 
Ein schwüles Unbehagen lag über dem kleinen Tisch, 
an dem die drei den Tee einnahmen. 
Nachdem Rudi abermals eine Bemerkung gemacht 
hatte, die offenbar darauf abzielte, seinen Gegner zu 
reizen, sagte Kaemp mit der unerschütterlichen Ruhe, 
die ihn bisher nicht einen Augenblick verlassen hatte: 
„Wenn Sie es denn durchaus wünschen, mir ist's recht. 
Im Interesse der gnädigen Frau wollen wir uns im 
pianissimo unterhalten. Ich will auch zunächst noch 
gar nicht persönlich werden, sondern nur allgemeines 
sagen. Ich bin auf der Universität zwar nicht aktiv 
gewesen, weil meine Mittel es mir nicht gestattet haben, 
aber ich habe mich von je in allem Wesentlichen zu den 
Grundsätzen der Korps bekannt — bevor ich die Uni— 
versität bezog, während meiner Studienzeit, und dabei 
ist es bis auf den heutigen Tag geblieben. Das Gefühl
	        
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