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Full text: Die blaue Laterne / Lindau, Paul (Public Domain)

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Ach, laß mich!“ rief Ellen und stieß ihn unwirsch 
von sich. Sie bedeckte wiederum die Augen mit ihren 
Händen — jetzt aber nicht, um an einen tief schmerz— 
lichen Ausdruck glauben zu lassen, sondern weil sie 
etwas überdachte, in dem sie nicht gestört sein wollte. 
Es war ihr eine Eingebung gelewmmen. 
Wenn sie aus dem ESpiele Ernst mechte? Wenn 
sie Gottfried in dem Wahne ließe, den sie durch ihre 
Gefühleprobe hervorgerufen hatte? Wenn sie das, wos 
für Sabing eine Wehrheit war, sür sich so glaubhaft 
machte, daß der leicht betörte Gottfried an die Lüge 
wie an eine Wahrheit glaubte? 
Sabinss Töne klangen ihr noch im Ohr, und sie 
fand dieselben ergreisenden Atzente. 
„Laß mich!“ wiederholte sie, als Foeren, durch die 
leidenschaftliche Alweisung nicht entmutigt, sich ihr ce— 
nähert hatte und seinen Versuch, sie mit gutgemeinten, 
aber doch ziemlich einfältigen Worten zu trösten, er— 
neuerte. „Laß mich! ..Ich weiß ja doch, wes mir 
bevorsteht! Nun werde ich dir unbequem, und nun 
wirsst du mich von dir. Ich bin ja dach nur dein7 
Spielzeug gewesen, und zum Spielzeug tauge ich nicht / 
mehr ... Wenn du aber ein Herz hättest, hättest du 
dir dech sagen sollen, daß ich ein Kind war, unerfahren! 
Deine Pflicht wäre es gewesen, mich zu warnen. Tu 
hattest nicht das Recht, mich aus meiner Ruhe, in der 
ich mich so glücklich fühlte, hervorzuholen, um mich zu 
berauschen, zu betäuben, um mein Gewissen zu er— 
sticken. Dir wurde es freilich nicht schwer, mich zu 
betören, mich so elend zu machen, wie ich es jetzt bin! 
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