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Full text: Die blaue Laterne / Lindau, Paul (Public Domain)

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der Gott weiß was zusammengehackt war, zum Abend— 
essen begnügen — und so einen Abend wie alle Abend! 
Und dabei immer noch Angst gegen Ende des Monats, 
ob's auch reicht? — Solange sie nicht wußten, daß es 
etwas anderes gab, hatten sie dies Hundeleben er— 
tragen, ohne Freude und ohne Klage. Aber das war 
nun vorbei!“ 
Lene, der all diese trüben Gedanken durch den Kopf 
schossen, ging in dem kleinen Stübchen auf und ab und 
stieß unwillig abgerissene Sätze hervor: „Das mache 
ich nicht wieder mit! ... Ich bin jetzt siebzehn Jahre. 
Ich will etwas von meinem Leben haben. Man ist 
doch nur einmal jung: .. Und:was die Leute sagen .. / 
Laß sie sagen, was sie wollen! Ich pfeife darauf! Die 
Leute sagen doch auch, daß ich hübsch bin. Davon will 
ich aber etwas haben! Ich will leben!“ 
Sabine war ruhiger. 
„Wir wollen zu Schweydam gehen,“ sagte sie. „Er 
meint es wirklich gut mit uns, und vielleicht weiß er 
Rat.“ 
„Meinetwegen, gehen wir zu Schweydam“ ver— 
— ——— 
weiß — mir ist's auch einerlei. Mir ist alles einerlei!“ 
Sie machten sich auf den Weg und trafen ihren 
Lehrer und Ratgeber, als er gerade aus der Haustür 
auf die Straße trat, um ins Kaffeehaus zu gehen und 
seine übliche Nachmittagspartie Domino zu spielen. 
Er war sehr aufgeräumt und rauchte eine große Zigarre 
mit einem Papierring, auf den ein goldener Adler ge— 
preßt war.
	        
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