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Full text: Die Thaler-Töchter / Bliß, Paul (Public Domain)

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Persönlichkeit sei, die recht gut noch Eindruck auf Frauen 
machen konnte! — — Wenn er aber länger darüber 
nachdachte und wenn der Gedanke bei der Heirat an⸗ 
kam, dann lächelte er stillvergnügt und sagte sich: Nein, 
lieber Thaler, einmal und nicht wiederl — 
Eines Tages kam Marie aus der Markthalle und 
brachte die Neuigkeit mit, daß sie nun über den wahren 
Wert der Nachbarin Bescheid wisse. 
Spöttelnd sagte sie zum Vater: „Kein Wunder, 
daß Ihr beide Euch so zueinander hingezogen fühlt, 
denn die holde Dame war ja auch ehemals beim 
Theater.“ 
„So so!“ erwiderte der Alte nur. 
Elli indessen spitzte interessiert die Ohren. 
„Zwar soll sie nur Kammerzofe bei einer berühmten 
Primadonna gewesen sein und nur ab und zu kleine 
Rollen gespielt haben, aber das tut ja nichts, Theater⸗ 
luft hat sie jedenfalls genug geatmet,“ spöttelte Marie 
weiter. 
Da fragte der Papa: „Kennst Du den Namen der 
Primadonna?“ 
„Aufzuwarten!“ erwiderte die Aelteste leicht 
ironisch. „Eine Tugendheldin war ihre Herrin gerade 
nicht, dafür war sie ja bekannt genug, — die Lilli 
Breithoff war's!“ 
Der Alte nickte nur und nahm sich vor, nähere 
Erkundigungen einzuziehen. 
Gleich am nächsten Tage tat er das. Und da 
erfuhr er denn, daß die holde Nachbarin in der Tat 
lange Jahre Choristin gewesen war, bevor sie in den
	        
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