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III.

Full text: Die Thaler-Töchter / Bliß, Paul (Public Domain)

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Sie wußte sich darüber keinen Rat, aber sie wurde 
doch nachdenklich und spann den Gedanken weiter aus. 
Am andern Tage zog Fritz Wilke zu den Thalers. 
Es war, als beginne jetzt ein neues Leben für ihn. 
Er sah liebe und gute Menschen um sich, er konnte 
übertags arbeiten und üben, und brauchte abends 
nicht mehr in dies ihm so entsetzliche Lokal zu gehen, 
wo er fürchtete, sein letztes bischen Lebenswürde be— 
graben zu müssen. 
Auch seine Sorge für die Zukunft war gehoben. 
Für die kommende Saison hatte er ein Engagement 
an der Philharmonie, und über Sommer fristete er 
sein bescheidenes Dasein durch Privatstunden, die man 
ihm verschafft hatte. 
So fand er sich langsam ins Leben zurück, und 
begann die traurige Episode, die ihn so nahe an den 
Abgrund gebracht hatte, nach und nach zu vergessen, 
oder doch, sie durch die Arbeit vergessen zu machen. 
Auch in der Familie Thaler tat man alles, um 
den neuen Hausgenossen das Leben so angenehm wie 
möglich zu machen, aber dennoch gestaltete sich der 
Verkehr nicht so, wie Papachen ihn erhofft hatte. 
Fritz Wilke, trotz all seiner Liebenswürdigkeit und 
Zuvorkommenheit, war und blieb in einer gewissen 
Reserve; fast hatte es sogar den Anschein, als sei er men⸗ 
schenscheu geworden, denn meist saß er allein im Zim— 
mer, musizierte, las, oder machte schriftliche Arbeiten, und 
nur abends ging er ab und zu mit dem alten Herrn aus. 
Am meisten erstaunt war Elli darüber. Sie be— 
griff es einfach nicht, wie so etwas möglich sein konnte.
	        
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