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XI.

Full text: Die Thaler-Töchter / Bliß, Paul (Public Domain)

151 — 
Und der empfing sie anders. 
Für den Alten hatte er einen derben, gutherzigen 
dändedruck, und der Kleinen schüttelte er die Hand 
o treuherzig, als wären sie schon gute, alte Kollegen. 
Sofort schwand alle Angst und Befangenheit von 
Elli, und sie erhoffle das Beste. 
Dann mußte sie zeigen, was sie konnte. 
Zuerst sprach sie den großen Monolog aus der 
„Jungfrau.“ 
Und sinnend und ernst hörte Matkowsky zu. 
Alsdann spielte sie die große Scene der Ophelia, 
wozu der Kunstler den Hamlet markierte. Und zuletzt 
noch in gleicher Weise die Gartenszene des Gretchens. 
Dann dankte er durch eine Handbewegung. 
Schweigen, langes Schweigen. 
Langsam ging der Künstler auf und ab, mit ver— 
schränkten Händen, und dachte nach. 
Gespannt sah Popachen zu ihm auf. 
Und in atemloser Spannung verharrte Elli. 
Nach einem Weilchen sagte Matkowsky, indem er 
die Klein⸗ stets prüfend im Auge behielt: „Ja, Kinder, 
was wollt Ihr nun eigentlich hören?“ 
„Nu, ob sie Talent hat,“ erwiderte der Alte ein 
wenig befangen und ängstlich. 
Matkowsky zog lächelnd die Augenbraunen in die 
döhe. — „Talent, — ja, das ist so'n nettes Wort, 
mit dem man Fangball spielen kann, — Talent — 
—I ganz darauf an, was man darunter 
versteht.“
	        
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