Path:
XI.

Full text: Die Thaler-Töchter / Bliß, Paul (Public Domain)

145 
Und das ermutigte sie, sich gerade diesem Direktor 
uerst vorzustellen. In Beglieitung der Alten ging sie 
eines Tages hin. 
Der Herr Direktor war natürlich nicht zu sprechen. 
Aber es war der Stellvertreter da, eine Art Sekretär 
und Dramaturg, der empfing die beiden Damen mit 
kinem etwas suffisanten Laͤchein und ließ sich gnädigst 
bereitfinden, das Gesuch entgegenzunehmen. 
Frau Trimmings sprach wie ein Buch, — mit 
holdseligem Lächeln erklärte sie, was sie der Kleinen 
beigebracht habe und pries die Fähigkeiten ihrer 
Schülerin mit den seltensten Worten. 
Der Herr Sekretär nahm ein wenig gelangweilt 
seinen Kneifer ab und begann ihn zu putzen. 
. Dann sagte er, etwas von oben herab: „Ja, wenn 
die Dame noch nirgends gespielt hat, dann ist es doch 
richtiger, Sie schicken sie erst mal an ein Provinz— 
eater.“ 
Elli erbebte leise. 
Und die Alte flötete: „Ganz recht, Herr Direktor, 
er wir möchten nur erst versuchen, ob es nicht viel— 
eicht doch möglich wäre, hier in Berlin — —“ 
.Da unterbrach er sie: „Ja, als was denn? Was 
ollte die Dame denn spielen? — — Wir können hier 
auf einer erstklassigen Bühne doch keine Anfängerin 
erausstellen! Das müssen Sie, wenn Sie die hiesigen 
Verhaltmiss⸗ kennen, doch selber einsehen! — Selbst 
unsere kleinsten Rollen erfordern Künstlerinnen! — 
Das sind wir doch unserm Renomee schon schuldig, — 
und täten wir es nicht, würde die Kritik uns mit 
P. Bliß, Chalertöchter. 10
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.