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IX.

Full text: Die Thaler-Töchter / Bliß, Paul (Public Domain)

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Während dessen saß Elli drüben bei Frau Luise 
und besprach mit ihr eingehend, was nun zunächst zu 
tun sei. 
Doch zum Unterricht kam man heute noch nicht, 
da noch die Eindrücke des gestrigen Abends zu frisch 
in der Erinnerung waren. 
„Wenn ich nur wüßte,“ plauderte die Kleine, „wie 
man mit dem Doktor Behring dran ist.“ 
„Der scheint Sie doch sehr zu interessieren,“ scherzte 
Frau Luise. 
„Gewiß interessiert er mich! Das bestreite ich gar 
nicht! Und schließlich warum denn auch nicht? Er 
ist flott und elegant und sehr schick, — na, und so 
was findet man doch nicht alle Tage, sollt' ich meinen.“ 
„Recht haben Sie!“ 
„Sonderbar ist nur, daß ich ihn im Adreßbuch 
gar nicht finden kann.“ 
„Aber er wird keine eigene Wohnung haben!“ 
„Was? So'n feiner Mann sollte nur möbliert 
wohnen? Doch kaum denkbar.“ 
„Wer weiß, vielleicht lebt er nicht dauernd in 
Berlin. Uebrigens wissen Sie doch auch wohl, daß 
man vollständige, und zwar sehr elegante, große möb— 
lierte Wohnungen hier haben kann. Vielleicht bewohnt 
er so eine. Und übrigens, das ist doch auch Nebensache.“ 
„Erlauben Sie bitte, das ist durchaus nicht Neben⸗ 
sache für mich! Wenn mich jemand interessiert, so 
möchte ich auch gern wissen, was mit ihm los ist und 
so weiter.“
	        
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