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VIII.

Full text: Die Thaler-Töchter / Bliß, Paul (Public Domain)

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Sie sah ihn prüfend an. Sein Ton klang heute 
so sonderbar. 
„Was haben Sie?“ fragte sie dann. 
„Was soll ich haben? Nichts? Verärgert bin ich, 
schon seit drei Tagen!“ 
„Ach, seit drei Tagen?“ 
„Jawohl! Seit unserer letzten Unterhaltung.“ 
„Und wieso das?“ 
„Es ärgert mich noch immer, daß Sie so an dem 
dämlichen Berlin hängen!“ 
„Sie sind verrückt!“ Laut lachte sie auf. 
„Weiß ich allein! Deshalb spiele ich auch heute 
nicht.“ 
Nun aber war sie sprachlos und starrte ihn an. 
„Ja, ja, es ist so, — ich spiele nicht!“ wieder⸗ 
holte er. 
Doch sie glaubte ihm noch nicht. „Reden Sie 
doch nicht so'n Blech zusammen!“ rief sie lustig. 
„Na, Sie werden's ja erleben! Sogleich gehe ich 
zu der Alten und sag' ihr, daß ich nicht spielen kann!“ 
Und schon machte er Miene, es zu tun. 
Da hielt sie ihn zurück. „Herr Petersen, was 
soll denn das nur heißen?“ Erschrocken, fast flehend 
klang es. 
„Ich mag einfach nicht — ich bin nicht wohl 
genug.“ 
„Unsinn! So'n Riese wie Sie, und nicht wohl 
genug! — Sie wollen mich ja nur erschrecken!“ 
Prüfend sah er sie an. „Liegt Ihnen denn wirk⸗ 
lich so viel daran, hier zu mimen?“
	        
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