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Einundzwanzigstes Kapitel

Full text: Der Baumeister / Hollaender, Felix (Public Domain)

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überläuft mich ein Grauen, wenn ich an dieses Ba— 
taillon von Gläubigern denke.“ 
Keßler horchte auf. 
„Machen Sie mir den Kopf nicht heiß!“ brummte 
er. „Das ist das Neueste, daß Sie auf einmal den 
Skeptiker herausbeißen!“ 
„Das liegt mir ganz fern, Herr Baumeister! Ich 
bin hoffnungsfreudiger denn je — ich mache nur in 
aller Ergebenheit darauf aufmerksam, daß wir eines 
schönen Tages alle die Gelder werden bezahlen müssen. 
Sobald das Theater fix und fertig ist und wir einen 
Pächter haben, kann uns das ja auch nicht schwer 
fallen“ 
„Was reden Sie denn bloß immer von einem 
Pächter — ich dachte bis jetzt immer, daß wir selber 
das Theater in Entreprise nehmen.“ 
„Gewiß, das wollen wir ja auch — aber dazu 
brauchen wir eine Gesellschaft mit beschränkter 
Haftung, die am Reingewinn beteiligt wird und uns 
das Betriebskapital gibt.“ 
Keßler erhob sich. 
„Mir ist von all den Geldgeschäften so wirr im 
Kopfe,“ sagte er, „daß ich Ihnen nicht mehr zu folgen 
vermag — ich finde nicht mehr aus noch ein . . Was 
wollen Sie eigentlich jetzt von mir?“ 
„Ich habe es Ihnen ja bereits gesagt, Herr Bau— 
meister. Sie müssen sowohl bei Freitag wie bei Frenzel 
neues Geld aufnehmen . .. Sie müssen in den sauren 
Apfel beißen und Frenzels Einladung folgen — 
Notabene — ein Beinbruch ist schlimmer.“ 
„Sie werden mich noch in Teufels Küche bringen!“
	        
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