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Zwanzigstes Kapitel

Full text: Der Baumeister / Hollaender, Felix (Public Domain)

221 — 
Baumeisters zu trinken. Alle seine Träume — ich 
sage, alle seine Träume mögen sich erfüllen, meine 
Herren ... Das Theater möge das Herrlichste 
werden, was wir je gesehen. Meine Herren, ich bitte 
Sie, mit mir in den Ruf einzustimmen: Er lebe hoch! 
— hoch! — hoch!“ 
Die Anwesenden hatten sich erhoben. 
„Hoch soll er leben! Hoch soll er leben!“ sang 
man im Chor. Die Feststimmung schwoll immer 
höher. 
Steinert strahlte. Für ihn war die Schlacht end⸗ 
gültig gewonnen. Morgen würden die Zeitungen aus— 
führliche Berichte bringen und übermorgen würden 
ihm die Geldgeber die Tür stürmen. 
Er sah sich auf den Proben, sein Lebenstraum 
war erfüllt. Er würde Direktor eines großen Theaters 
sein, das ganze Personal würde um seine Gunst 
betteln, vom ersten Heldendarsteller angefangen bis 
zum letzten Theaterarbeiter. Er würde in seinem 
Direktionsbureau die Sprechstunde abhalten, und 
draußen würden all die antichambrieren, die ihn bis 
bvor kurzem kaum über die Schulter angesehen hatten. 
Und ungezählte Gelder würden durch seine Hände 
gehen. Und nach all den Entbehrungen und all dem 
Hungern würden nun auch bei ihm Glanz und Reich— 
tum sich einstellen. Er würde sich draußen in einem 
der Vororte eine kleine Villa bauen, solenne Soupers 
geben, mit einem Wort: leben und genießen ... 
Er bemerkte, wie Frenzel vertraulich seine Hand 
auf Keßlers Schulter legte. Langsam näherte er sich 
den beiden. Dieser Frenzel war ein schwerer Junge,
	        
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