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21 Vom Glück

Full text: Das grüne Band / Hirschfeld, Georg (Public Domain)

519 — 
„Niemals! Nie! — Ich weiß jetzt, was Sie 
meinen.“ 
„Wirklich?“ 
„Fanny Birk gefällt Ihnen besser als ich.“ 
„Das habe ich nicht gesagt.“ 
„Weil sie gestorben ist für ihre Sache.“ 
„Wenn Sie so wollen, eher, weil sie dafür ge— 
lebt hat.“ 
„Sie haben Recht, ich danke Ihnen.“ 
Plötzlich brach Herta in Tränen aus und lehnte 
sich in den Stuhl zurück. Ein anormales Zucken 
ergriff ihren Körper. Erschrocken bemühten die beiden 
Männer sich um sie. 
.Da haben wir's,“ stöhnte Arndt. „Das ist 
ihr so schädlich! Jetzt bei ihrem Zustand! Davon 
habt ihr Dichter natürlich keine Ahnung! Herta! 
Hertachen! Na, fass' dich doch! Wer wird denn hier 
weinen — mitten im Lokal — die Kellner und alle 
Leute sehen schon her! Das ist ja schrecklich pein— 
lich! Na, Herta! Denk' doch an — du weißt 
schon! ...“ 
Jetzt richtete seine Frau sich plötzlich auf, schluchzte 
noch einige Male und beruhigte sich. Es war bei 
den letzten Worten ihres Mannes ein eigentümlich 
schöner Schimmer über ihre Züge geglitten, den 
Walter nie an ihr wahrgenommen hatte. Er zeigte 
ihm innerste Echtheit, er versöhnte ihn mit Vielem 
und ließ ihn zum ersten Male warm zu ihr sprechen: 
„Was hat es denn für Zweck, die alten Ge⸗— 
schichten aufzuwärmen, Frau Herta! Sie sind ja
	        
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