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21 Vom Glück

Full text: Das grüne Band / Hirschfeld, Georg (Public Domain)

515 — 
Ich muß dich dringend bitten, Herta, diese Herren 
in meiner Gegenwart nicht zu nennen.“ 
„Hu! Hu! Da begehrt nun wieder der alte 
Student auf!“ Sie wandte sich von ihm ab zu 
Walter. „Lieber Schirmer,“ sagte sie weich. „Sie 
sind ein so guter Beobachter. Erklären Sie mir 
ich versteh' es nämlich noch immer nicht — erklären 
Sie mir die Feindschaft der Beiden mir gegenüber.“ 
Walter blickte vor sich hin. „Wenn Sie es 
wirklich nicht verstehen —“ meinte er leise. „Ich 
möchte Ihnen in Gegenwart Ihres Mannes keine 
Aufklärung geben.“ 
„Warum?“ rief Herta heftig. „Das wäre ja 
feige von uns allen. Sie haben mir also nicht die 
Wahrheit gesagt! Sie halten mich also auch für 
eine Kokette, die ihr bißchen Künstlertum geheuchelt 
hat, um —“ 
„Aber Herta,“ warf Arndt entrüstet ein. „Was 
soll das Alles! Du darfst dich auch nicht so auf— 
regen!“ 
„Niemals ist mir dergleichen eingefallen. Sie 
haben meine Ansicht darüber noch nicht gehört, Frau 
Herta,“ sagte Walter blaß, aber mit fester Stimme. 
„Dann sagen Sie sie mir.“ Sie preßte ihr 
Taschentuch an die Augen, um ein aufsteigendes 
Weinen zu unterdrücken. Arndt betrachtete in etwas 
komischer Ratlosigkeit ihren Körper, der ein loses 
Gewand aus weicher Seide trug. Er wußte offen⸗ 
bar kein Mittel, sie von dem fatalen Thema abzu—⸗ 
bringen. 
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