Path:
4 Jahrhundertwende

Full text: Das grüne Band / Hirschfeld, Georg (Public Domain)

122 
voll. „Sie haben doch so schön gesungen, Fräulein 
Herta.“ 
„Na ja, es geht, aber nachher hat mir der Meiß⸗ 
ner mit seinem Geblök die ganze Stimmung ver—⸗ 
dorben.“ 
„Der ist überhaupt schuld, daß alle heute so 
flau sind,“ meinte Fanny erregt. 
„Ich habe eine Idee!“ flüsterte jetzt Ferdinand. 
„Wir bilden eine Verschwörung gegen ihn! Um 
elf Uhr wird plötzlich das Gas ausgedreht, wir 
Männer stürzen uns auf Meißner, packen ihn und 
befördern ihn die Treppe hinunter. In der Dunkel⸗ 
heit weiß er nicht, wer's gewesen ist, und die letzte 
Stunde des Jahrhunderts sind wir unter uns!“ 
„Spiegelberg,“ sagte Helmut mit Argwohn, 
denn er wußte, daß Ferdinand nur auf die 
Ablehnung seines Vorschlages rechnete. „Diesen 
Gedanken bläst dir kein Gott ein. Kein Gott, 
mein Junge. Sage mir lieber, wie Meißner über⸗ 
haupt von unserem Bundesabend Wind bekommen 
hat?!“ 
„Da mußt du Andere fragen,“ maulte Ferdi⸗ 
nand — „wie soll ich das wissen?“ — Dann wandte 
er sich, abbrechend, zu den Mädchen: „Wie finden 
Sie Schirmer? Interessant? Was —?“ 
„Es geht,“ meinte Herta, „bis jetzt hab' ich noch 
nicht ein einzigss Wort von dem großen Manne 
vernommen. Hübsche Augen hat er. Scheint sich 
aber im Übrigen an den anwesenden Kritiker zu hal⸗ 
ten. Meinetwegen.“
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.