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Full text: Die Liebe ist so komisch / Cremer, Wilhelm (Public Domain)

etwas erzuͤrnt. „Sie meinen wohl, ich waͤre eifer— 
suͤchtig auf Fritz. Laͤcherlich. Ich auf den eifersuͤchtig! 
Ich mach mir überhaupt nichts aus ihm, ich weiß 
schon laͤngst, daß er mich doch nie heiratet. Sie 
glauben natuͤrlich, wunders wie gern wir zwei uns 
haͤtten. Ich goͤnn ihm seine Wilhelmine geschiedene 
Frau Kappmann. Das ist die richtige Nummer fuͤr ihn.“ 
Sie lachte von neuem, veraͤchtlich, hoͤhnisch, so 
daß Wiemeling sie erstaunt anstarrte. Da er aber 
nicht antwortete, fuhr sie fort zu reden. 
„Ach Sie dachten wirklich, ich wuͤßte nichts davon, 
wie Fritz mich immer betruͤgt? Aber jetzt ist mir 
auch alles egal, ich betruͤge ihn auch.“ 
Sie ruͤckte Wiemeling, der unwillkuͤrlich zuruͤck— 
wich, naͤher auf den Leib. 
„Sie haben wohl Angst vor mir?“ fragte sie 
und ihre Augen bekamen einen suͤßen Ausdruck. „Ja, 
daß Sie sich nichts aus mir machen, wußte ich schon 
laͤngst.“ 
„Wieso?“ protestierte er mit matter Stimme und 
machte den Versuch, aufzustehen. „Ich bin nur so — 
ach, mir ist so elend.“ 
„Bleiben Sie nur ruhig liegen. Ach, Sie armer 
Kerl.“ Sie war gleich wieder muͤtterlich besorgt um 
ihn und hielt ihm die Hand auf die Stirne. „Wie 
heiß Sie sind. Aber, das ist ja kein Wunder. Erst 
aͤrgern Sie sich eine Woche lang, und dann trinken 
Sie natuͤrlich mehr als Sie vertragen koͤnnen. Schade, 
bei mir haͤtten Sie ein ganz anderes Leben.“ 
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