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II.

Full text: Die Liebe ist so komisch / Cremer, Wilhelm (Public Domain)

„Nein, du mußt nicht lachen. Sie denkt auch 
nicht im Traum dran, daß wir sonst was mit einander 
haben. Es ist manchmal das reine Theater, wie sie 
redet. Weil Vater nun Beamter war, soll ich auch 
einen heiraten. Aber nie tue ich das.“ 
Sie wurde jetzt sehr lustig und balgte sich mit 
ihm herum. „Otti, wollen wir uns heute einen fidelen 
Abend machen, nach unserer Hauerei? Es war das 
erste Mal, daß du mich geschlagen hast, und ich bin 
dir nicht ein bißchen boͤse.“ 
„Ich ginge schon mit!“ sagte er. „Aber ich 
muß heute abend auf eine Geburtstagsfeier. Du 
kennst doch diesen Kappmann mit dem braunen 
Vollbart? Weißt du, der uns neulich im Café von 
seiner Frau erzaͤhlt hat, und daß er sich scheiden 
lassen will. Ein furchtbarer Idiot und Magister, 
neuerdings ist er sogar in meine Tante verliebt. 
Also ich habe es ihm versprochen und ich will auch 
hin, weil es da noch eine ganze Gesellschaft von aͤhn⸗ 
lichen Kerlen gibt. Wie viel lieber waͤr ich da bei dir!“ 
Aber sie schmollte. „Immer wenn ich einmal 
lustig bin und mir etwas in den Kopf gesetzt habe, 
dann willst du nicht. Wer weiß uͤbrigens, welches 
Maͤdchen hinter deiner angeblichen Idiotengesellschaft 
steckt. Fruͤher warst du nicht so. Ach wie froh 
wurdest du da, wenn ich mich einmal zu einer Dumm⸗ 
heit verleiten ließ. Aber damals hattest du mich 
noch nicht so weit heruntergebracht, daß ich solche 
Vorschlaͤge machte.“ 
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