Path:
XII.

Full text: Die Liebe ist so komisch / Cremer, Wilhelm (Public Domain)

Wiemeling erroͤtete und Mennes mußte wieder 
Frieden stiften, da Else in den Streit eingreifen wollte. 
Es lag aber auch an dem druͤckend heißen Wetter, 
daß sie alle in so gereizter Stimmung waren. Erst 
auf dem Waldweg, der zum Badestrand fuͤhrte, 
atmeten sie foͤrmlich auf und wurden friedlicher. 
Der Stadtbahnzug hatte einen ganzen Strom 
von Menschen ausgespieen, die alle eilfertig dem 
Wannsee zustroͤmten. Mennes warf ein paar jungen 
Maͤdchen, die hinter ihnen herkamen, neckende Be⸗ 
merkungen zu, die sie zu Linas Arger schlagfertig er—⸗ 
widerten. Er war jetzt richtig in seinem Element. 
„Wer hat nun recht gehabt? Ich habe recht 
gehabt!“ sagte er uͤbermuͤtig nnd stieß Kappmann an, 
dessen Augen den vollen Formen einer jungen Schoͤnen 
folgten. 
Im Freibad verloren sie sich zunaͤchst gaͤnzlich 
in dem Menschengewuͤhl. Else hatte zwar eigentlich 
gar keine Lust, jetzt zu baden, aber sie tat es nun 
den andern zum Trotz und verschwand in einem 
Ankleidezelt. Wiemeling folgte natuͤrlich ihrem Beispiel, 
obgleich er das Herannahen von Leibschmerzen spuͤrte. 
Er hatte sich natuͤrlich wieder den Magen verdorben. 
Die andern aber gingen zusammen, nur daß sie 
mit ihren Gefuͤhlen und Gedanken weit auseinander 
waren. 
Frau Kappmann war eine Entruͤstung, sowohl 
uͤber die Schamlosigkeit der Weiber, die sich hier 
herumtrieben, als auch uͤber die Zudringlichkeit der 
180
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.