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Full text: Die Liebe ist so komisch / Cremer, Wilhelm (Public Domain)

„Hm,“ sagte Wegener. „Das werden wir ja 
alles sehen. Aber nun gib mir auch die Schokolade, 
die du auf der Brust traͤgst. — Nur der Vorsicht 
halber, damit du keine Dummheiten machst.“ 
Es sei wirklich Schokolade, sagte sie. Nein wirk— 
lich, nachher wollte sie sie schon herausgeben. Es 
ginge doch jetzt nicht. Aber als sie nach dem Schluß 
der Vorstellung in einer Droschke saßen, weigerte sie 
sich erst recht, trotzzem er boͤse wurde. Gewalt 
wollte er nicht brauchen, denn er fuͤrchtete, das Ding 
ginge los. Sie aber genierte sich grade, weil es ein Revol— 
ver von Schokolade war. Sie glaubte, er muͤßte erraten, 
welches Komplott Else und sie gegen ihn geschmiedet hatten. 
„Liebster, Bester, nachher im Restaurant. Ich 
schaͤme mich jetzt so. Ich muß dir erst gestehen — “ 
„Was brauchst du mir zu gestehen? Ich weiß 
alles. Ich bin dir ja auch weiter garnicht boͤse, aber 
wenn das Ding nun losgeht? Die Kugel kann dir 
doch in die Brust gehen.“ 
„Ach, Otto!“ Sie wollte ihn an sich ziehen, 
aber er wich entsetzt zuruͤck. Jeder Druck konnte die 
Feder in Bewegung setzen. 
„Um Gottes willen, du bist wirklich nicht zu⸗ 
rechnungsfaͤhig. Nun gibst du mir aber sofort den 
Revolver heraus.“ 
„Ja, ja. Ach nein, jetzt nicht. Er kann ja gar⸗ 
nicht losgehen. Ich will — “ 
„Kann nicht losgehn? Dummes Kind, was ver⸗ 
stehst du von Schießwaffen? Also sofort!“ 
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