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IX.

Full text: Die Liebe ist so komisch / Cremer, Wilhelm (Public Domain)

verflogen, ein gemeinsamer Rausch hatte diese jubelnde, 
singende und trinkende Bevoͤlkerung ergriffen, und 
nicht zum wenigsten waren es die Maͤdchen und 
Frauen, die jede Scheu vor dem andern Geschlecht 
verloren. 
Else hatte sich eine Flasche Obstwein umgehaͤngt, 
wie man sie in zierlichen Netzgehaͤngen kaufen konnte. 
Sie erregte den offenbaren Unwillen sowohl von Lina 
wie von Frau Kappmann, denn sie antwortete in 
ungenierter Weise auf die Anspielungen der Voruͤber⸗ 
gehenden, und an Witz war sie sogar betrunkenen 
Droschkenkutschern uͤber. Jetzt hatte sie auch ein 
Schlagwort aufgefangen: „Mensch, heirate, du lachst 
dich kaputt!“ und das praͤgte sie jetzt andauernd dem 
armen Wiemeling ein, den sie uͤbrigens einfach in 
den Arm genommen haͤtte. 
Auf stauberfuͤllten Wegen kletterten die drei Paare 
die Anhoͤhe hinauf und waren nun froh, daß sie in 
dem großen, uͤberfuͤllten Biergarten noch einen leeren 
Tisch eroberten. 
„Wollen die Herrschaften was essen?“ fragte der 
Kellner. 
„Natuͤrlich,“ sagte Mennes. „Bringen Sie mir 
Supp, Salat und Kaffee!“ Denn er konnte nun 
einmal nicht ernsthaft reden. 
Aber dann bestellten sie auf Anraten des Kellners 
eine gruͤnangestrichene Fruͤhlingssuppe, die in der 
Hauptsache aus fluͤssiggemachtem Mehl bestand, und 
ein Schnitzel mit Spargel, das besser ausfiel, als sie 
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