Path:
Drittes Buch. Renaissance Drittes Kapitel

Full text: René Richter / Brieger, Lothar (Public Domain)

348 
in den Augen seiner Frau besser zu machen als er 
sich wirklich gezeigt hatte. Zum Schlusse griff er, 
von einem starken, momentanen Gefühle übermannt, 
leidenschaftlich nach ihrer Hand und fragte bittend: 
„Bist du mir nun sehr böse?“ 
Sie faßte ihn wortlos um den Hals, und ihre 
Lippen fanden sich in einem innigen Kusse des Ver⸗ 
stehens. 
Viertes Kapitel. 
Mit Ruth hatte Rensé sich durchaus verständigt. 
Wie sie sich in allem als seine Ergänzung betrach— 
tete, so machte sie auch in diesem Falle seine Ideale 
zu den ihren und war in ihrem Zionismus beinahe 
noch leidenschaftlicher als ihr Gatte. Stundenlang 
saß sie da und hörte ihm mit träumenden Augen 
zu, wenn er seine Ideen über die Zukunft dieser 
großartigen Bewegung entwickelte, oder wenn er in 
tönenden Worten ausmalte, in welcher Weise sie zum 
Nutzen ihrer Rasse in Palästina wirken würden. 
Hatte er so in den idealen Dingen das Übergewicht 
und die Führung, so war es, wenn die Frage auf 
die praktische Ausgestaltung der Pläne kam, wiederum 
Ruth, die mit ihrem klugen Hausfrauensinn das 
Mögliche und Unmögliche voneinander zu scheiden
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.