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Erstes Buch. Thea Fünftes Kapitel

Full text: René Richter / Brieger, Lothar (Public Domain)

107 — 
„Glaubst du mir das auch nicht so?“ 
„Ganz gewiß, aber es ist Frauen immer an⸗ 
genehm, dergleichen zu hören. Man merkt dir halt 
an, René, daß du noch gar keine Schule im Verkehr 
mit Frauen genossen hast. Die ganze Last der Er— 
ziehung ruht auf mir!“ 
„Wozu du dir aber die Mühe gibst?“ 
„Aus reinstem Egoismus. Du bist nur zu 
steifleinen, ich möchte so einen recht gewandten, feu⸗ 
rigen Anbeter aus Dir machen! Aber an dir ist ja 
Hopfen und Malz verloren.“ 
René drückte leicht ihren Arm. 
„Liebes Kind, du bist nun einmal wie alle 
Frauen. Ihr könnt kaum einen Satz herausbringen, 
ohne euch darin einige Male zu widersprechen. Wie 
oft hast du mir gesagt, es hätte dir an mir gefallen, 
daß ich nicht so bin wie die anderen! Und nun 
möchtest du mich grade wie die anderen haben! Ist 
das nicht ein Widerspruch?“ 
„Sei bloß nicht so vernünftig, mein Teurer! 
Weißt du auch, daß wir noch nie eine Landpartie 
zusammen gemacht haben?“ 
„Ja. Aber was hat das eigentlich damit zu 
tun?“ 
„Alle Verhältnisse machen zusammen Landpar— 
tien! Und da ich mich nun einmal offiziell als dein 
Verhältnis erkläre, bist du verpflichtet, desgleichen zu 
tun, verstanden?“ 
„Aber, liebes Kind, ich bin doch kein Laden⸗ 
schwengel, der mit seiner Teuren am Sonntag in
	        
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