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Drittes Buch Elftes Kapitel

Full text: Eheleute / Beradt, Martin (Public Domain)

463 — 
Susannen war es hinterher weder warm noch 
kalt. Die ganze Begegnung beschaͤftigte sie nicht. 
Sie ging in das Kinderzimmer und spielte mit Hil⸗ 
den und Even, in die niedrigen Kinderbaͤnke hin⸗ 
gegossen. Auch als die eine weg, die andere zur 
Ruhe war, blieb sie gleich gelassen. Denn dieser Be— 
such war ein Vorfall, der sie nichts anging. Sie ent⸗ 
—DDDD ausgesehen 
hatte, so wenig hatte sie ihn betrachtet, und sie ver— 
stand nicht im geringsten, warum sie anfangs sich vor 
ihm verborgen hatte. Er war ja doch ein anstaͤndiger 
Mensch und ging sie außerdem nichts an. 
Nur, daß sie nicht vergessen war, davon nahm sie 
gemessene Kenntnis. Es tat immerhin gut, wenn 
man noch nicht verwunden war. Ging man uͤber 
die Straße und sah kostbare Roben, grell oder matt, 
gerafft oder haͤngend, jede nach einem besonderen 
Reize suchend, dann konnte man sich sagen (doch war 
der Einfall laͤcherlich), daß man sich wahrscheinlich 
auch durch jemanden solche Roben verschaffen konnte. 
Aber sie sah nicht ein, welchen Gewinn es brachte, 
solche Roben zu tragen, und trauerte mehr in ihrem 
schwarzen Kleide mit armem Herzen dem Verstorbe⸗ 
nen nach, die Bitterkeiten freilich ihrer Gemeinschaft 
mehr als ihre Freuden aufsuchend. Denn uͤber die 
Heimlichkeit seines Ausgangs kam sie jetzt nicht mehr 
fort. Und da Doktor Muͤller ihre Schuld ihr fast 
ausgeredet hatte, begann sie Albert jetzt sein schwaͤch⸗
	        
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