Path:
Text

Full text: Café Größenwahn / Austerlitz, Rose (Public Domain)

die Reflexe der fremden Mannindividualität ihn von ihr 
abstießen. 
Er kam sich ein klein wenig lächerlich vor und war 
froh, als sie schließlich ging. Er war wirklich nicht 
böse auf sie, auch nicht auf Fridolin, aber als der Ver— 
kehr zwischen Fridolin und Eva trotz seiner energischen 
Warnung nicht aufhörte, da bekam er plötzlich Valentin—⸗ 
Gefühle. Mit einem Male glaubte er für Evas Moral 
verantwortlich zu sein und ging zu Drachmann, sich Rat 
holen. Der beruhigte ihn, Eva sei keine Draufgängerin; 
bei sich setzte er Bubis Befürchtungen auf Ronto einer 
Eifersucht, denn die Zahl derer, die auf Fridolin eifer— 
süchtig waren, war nicht klein. Er wußte auch von 
Bubis einstiger Schwärmerei zu Epa. 
Was das Duell anlangte, so hatte Drachmann mit 
seiner zu Eva geäußerten Meinung ziemlich das Richtige 
getroffen. Der innere Grund war der aufgespeicherte 
Groll gegen Fridolin, und die äußere Veranlassung hatte 
Bubi künstlich herbeigeführt. Im Caféhaus sah er ihn 
nach einigen scharfen Worten impertinent an und fand 
irgend etwas „sehr sonderbar“. In Fridolin erwachte 
sofort der alte Korpsstudent, der eine Kontrahage wittert. 
Er sprang auf wie ein Licht und parierte: „Ich bitte 
Herrn Riesen, sich zu äußern: haben Sie das Wort 
„sonderbar“ mit Absicht gebrauchtz“ — „Jawohll“, gab 
Bubi zurück, Mordlust in den Blicken. Das war Tusch. 
Kartenwechsel, Verbeugungen, und die beiden ver— 
ließen stolz das Lokal. 
Als am nächsten Tag Fridolins Sekundanten bei 
Bubi erschienen, hatte der zunächst keine Ahnung, besann 
57
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.