Path:
Lieder und Sprüche

Full text: Gedichte / Fontane, Theodor (Public Domain)

— 26 — 
Wie Luther einst, in festem Sinnen, 
So sprich auch du zu Gottes Ehr': 
„Ich geh' nach Worms, und ob da drinnen 
Jedweder Stein ein Teufel waͤr'!“ 
Und peitscht dich dann der Witz mit Ruten 
Und haßt man dich — o laß, o laß! 
Mehr noch als Liebe aller Guten 
Gilt aller Boͤsen Hohn und Haß. 
Die Menschen lassen vieles gelten. 
Vor allem lieben sie dich stumm; 
Doch willst du klagen, willst du schelten — 
Auch das, man kuͤmmert sich nicht drum. 
Nur, willst du rasch die Gunst verscherzen, 
So zeig ein Fuͤnkchen Seligkeit — 
Man wuͤnscht dir Gluͤck „von ganzem Herzen“ 
Und birst vor ruͤckgestautem Neid. 
Es aͤfft dich nur dies Rennen, Traben 
Nach golden mußevoller Zeit, 
Wenn du die Ruhe glaubst zu haben, 
Dann eben ist sie doppelt weit. 
Auf weichem Pfuͤhl, auf samtnen Kissen, 
Wenn du sie haͤltst, wenn du sie hast, 
Wirst du die Holde mehr vermissen 
Als in des Tages Druck und Last.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.