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Bilder und Balladen II. Englisch-Schottisches

Full text: Gedichte / Fontane, Theodor (Public Domain)

— 168 — 
Schon atmet Cromwell, schon allnachtens 
Tritt Englands Zukunft vor ihn hin 
Und legt die Keime kuͤnft'gen Trachtens 
In seinen ruhmbegier'gen Sinn; 
Schon graut der Tag, nur noch ein kurzes, 
So steigt die Sonne blutigrot, 
Doch fuͤr die Zeichen nahnden Sturzes 
Ist jede Stuart-Seele tot. 
An Jakobs Hof druͤckt ihren Stempel 
Die Lust noch auf jedwede Stirn, 
Noch ist sein Schloß ein Bacchustempel, 
Die Flasche gilt, es gilt die Dirn; 
Und rast die Pest, ein jedes Opfer 
Scheint nur zu rufen: „Frisch gelebt! 
Wer weiß es, ob der Tod den Klopfer 
Nicht bald an deiner Tuͤre hebt?“ 
Es ist, als ob das nahe Sterben 
Dem Leben voll're Reize leiht; 
Man jagt in Lust darum zu werben, 
Genuß ist Losungswort der Zeit. 
Bei Hof ist Ball. Sieh, scheint nicht eben 
Die Schoͤnheit selbst daher zu schweben? 
Wer anders kann sie sein, die Schlanke, 
Zu der, wenn sie voruͤberrauscht, 
Ein jeder Sinn sich und Gedanke 
Hinneiget und gefangen lauscht. 
An ihrer Schoͤnheit stumpft der Hohn; 
Mehr als ein Koͤnig auf dem Thron, 
Wenn seine Blicke zornig irren, 
Vermag ihr Auge zu verwirren,
	        
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