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Das diplomatische Korps

Full text: Die Berliner Gesellschaft / Wilke, Adolf von (Public Domain)

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in Paris. Auf Herrn Bihourd, der die Alters- 
grenze erreicht hatte und der ausserdem 
während der Marokko-Affäre das Unglück 
hatte, sich mit Grazie zwischen zwei Stühle zu 
setzen, indem er es weder seinem vorgesetzten 
Minister am Quai d’Orsay rechtmachen konnte, 
noch in Berlin mehr die genügende Autorität 
zu besitzen schien, ist Herr Jules Cambon ge- 
folgt, der vorläufig noch nicht die Gelegenheit 
gehabt hat, durch Taten zu beweisen, ob er 
wirklich der grimme Deutschenfresser ist, als 
der er in Madrid galt, oder ob er nur, wie 
objektive Beurteiler versichern, nur überall, 
wo man ihn bisher verwandte, den Nutzen 
seines Vaterlandes klug, geschickt und ohne 
Sentimentalität wahrzunehmen verstand. Unter 
dem Herrn Bihourd, einem Bureaukraten, den 
der Glanz der grossen Welt zu schrecken 
schien und über dessen Unzugänglichkeit sogar 
seine eigenen Landsleute in Berlin klagten, 
hatte die französische Botschaft aufgehört, einer 
der vornehmsten und gesuchtesten Mittelnunkte 
des gesellschaftlichen Lebens der deutschen 
Reichshauptstadt zu sein. Sogar unter Herrn 
Herbette wahrte sie sich noch diesen Ruf, ob-
	        
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