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III. Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Hochschule

Full text: Die Königliche Landwirtschaftliche Hochschule in Berlin / Wittmack, Ludwig (Public Domain)

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Küttner, Hufbeschlag, Dr. Curt Lehmann, Fütterungslehre, Benno 
Martiny, Molkereiwesen, Professor Müller, Anatomie der Haustiere, 
Seuchenlehre, Professor Dr. Scheibler, Chemie und Technologie der 
Rübenzuckerfabrikation, Professor Schlichting, Wege- und Wasserbau, 
Ingenieur Schotte, landwirtschaftliche Maschinenkunde, Postbaurat 
Tuckermann, Feldmessen, Dr. Zopf, Pilze und Algen. 
Geleitet wurde die neue Anstalt einstweilen von dem kommissarischen 
Direktor Geheimen Regierungsrat Dr. H. Thiel, der mit dem Geheimen 
Ober-Regierungsrat Dr. Goeppert vom Ministerium der geistlichen An- 
gelegenheiten das Kuratorium bildete. Am 27. Mai 1881 vollzog der 
Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Dr. Freiherr von 
Lucius das provisorische Statut und die provisorische Ge- 
schäftsordnung. Dem ersteren waren als Anhang die Vorschriften 
betreffend die Habilitation als Privatdozent der Landwirtschaft an einer 
höheren landwirtschaftlichen Lehranstalt beigefügt. 
Man hatte absichtlich nur provisorische Statuten eingeführt, um 
Erfahrungen sammeln zu können. Die endgültigen Satzungen wurden 
erst sechszehn Jahre später erlassen, nachdem sie unter dem 20. Januar 
1897 von Sr. Majestät dem Kaiser bestätigt worden waren. — Was 
die Satzungen der Hochschule so auszeichnet, das ist die große Selb- 
ständigkeit des Lehrerkollegiums. Die ordentlichen Lehrer wählen einen 
Rektor, der im Gegensatz zu den Universitäten zwei Jahre im Amte 
bleibt. Es hat diese zweijährige Tätigkeit vieles für sich, da in einem 
Jahre sich ein Rektor kaum in alle Geschäfte hineinfinden kann. — Jeder 
Institutsvorsteher hat seinen eigenen Fonds, den er auf eigene Ver- 
antwortung zu verwalten hat, und ernennt selbst seine Assistenten. 
Bei der ersten Rektorwahl am 27. Mai 1881 wurde Geheimer Re- 
gierungsrat Professor Dr. Landolt erwählt, der sein Amt bis 
1. April 1883 verwaltete. 
Das Jahr 1883 brachte eine ganz bedeutende Erweiterung, 
indem zu Beginn des Sommersemesters eine neue Abteilung, die für 
Geodäsie und Kulturtechnik, eingerichtet wurde. Als Vorstand dieser 
Abteilung wurde Professor Dr. Chr. Aug. Vogler in Bonn-Poppelsdorf 
berufen, sowie als Honorardozenten die Herren Meliorationsbau-Inspektor 
Köhler und Gymnasial-Oberlehrer Dr. Reichel, letzterer für Mathematik. 
Unter dem zweiten Rektorat, dem des Geheimen Regierungsrats 
Settegast, 1883—85, wurde auch zum ersten Male ein ausführliches 
„Programm der landwirtschaftlichen Hochschule und Nachrichten über 
deren Einrichtungen und das Studium an ihr,“ genehmigt durch Erlaß 
des Ministers vom 16. Oktober 1884, im Druck herausgegeben. Ferner 
ward die Stellung von Preisaufgaben unter dem 29. Januar 1885 vom 
Minister genehmigt, und desgleichen die Abhaltung von Unterrichts- 
kursen für praktische Landwirte, die zum ersten Male vom 23. Februar 
II, Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Hochschule.
	        
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