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II. Geschichtliches

Full text: Die Königliche Landwirtschaftliche Hochschule in Berlin / Wittmack, Ludwig (Public Domain)

Il. Geschichtliches. 
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wegen abgelehnt wurde, ward als Bauplatz die Hälfte der Artillerie- 
werkstätten an der Dorotheenstraße überwiesen, allein schließlich diese 
Hälfte gleich der andern dem Herrn Minister für die geistlichen etc. 
Angelegenheiten zum Bau eines physiologischen und eines physikalischen 
Instituts übergeben. 
Endlich gelang es, von dem Grundstück der ehemaligen Königlichen 
Eisengießerei in der Invalidenstraße den östlichen Teil für die landwirt- 
schaftliche Verwaltung zu erhalten. Auf dem westlichen Teile war 
die Königliche geologische Landesanstalt und Bergakademie errichtet 
und der mittlere für ein später zu erbauendes Museum für Naturkunde 
reserviert worden. Im Jahre 1874 bewilligte das Haus der Abgeordneten 
die erste Rate für ein daselbst zu errichtendes Gebäude für das land- 
wirtschaftliche Museum inkl. einer Maschinenhalle und das land- 
wirtschaftliche Lehrinstitut. In den nächsten Jahren folgten weitere 
Bewilligungen bis zur Gesamthöhe der Bau- und Einrichtungskosten 
von 2523000 Mark.*) 
Der Bau selbst wurde im Jahre 1876 unter der Leitung des 
Königlichen Baurats (später Professor) Tiede begonnen und war im 
Jahre 1880 vollendet, so daß das landwirtschaftliche Lehrinstitut bereits 
im Sommer 1880 dahin übersiedeln konnte. Die Museumsräume aber 
wurden erst 1881 für landwirtschaftliche Zwecke nutzbar; denn vom 
20. April 1880 ab fand darin während mehrerer Monate die zweite 
große internationale Fischerei-Ausstellung unter dem Protektorat 
Sr. Kgl. Hoheit des Kronprinzen statt, und gleich bei dieser Gelegen- 
heit zeigte sich, wie außerordentlich sich die große Maschinenhalle, in 
deren Mitte ein großes Bassin mit der Riesenstatue des Neptun errichtet 
war, und die übrigen Räume zu Ausstellungen eignen. 
Ein ähnlich schönes, ja geradezu „feenhaftes Bild“, wie Ihre 
Majestät die hochselige Kaiserin Augusta äußerte, bot die Maschinen- 
halle im Januar 1881, als der Verein zur Beförderung des Gartenbaues 
in den preußischen Staaten in ihr die erste deutsche Winterblumen- 
Ausstellung veranstaltete. 
Nachdem endlich im Winter 1880,81 die Vereinigung des Museums 
mit dem Lehrinstitut durchgeführt war, geruhte Seine Majestät der hoch- 
selige Kaiser und König Wilhelm I. mittelst Allerhöchster Ordre vom 
14. Februar 1881 zu bestimmen, daß das vereinigte landwirtschaftliche 
Lehrinstitut und Museum fortan den Namen 
Landwirtschaftliche Hochschule 
führen solle. 
*) (Thiel) Die landw. Hochschule in Berlin in Thiels Landwirtschaftlichen 
Jahrbüchern 1881, S. 482. Dort steht 2527000 Mk.
	        
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