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VI. Die landwirtschaftliche Abteilung 22. Betriebslehre, betriebswirtschaftliches Seminar und Geschichte der Landwirtschaft

Full text: Die Königliche Landwirtschaftliche Hochschule in Berlin / Wittmack, Ludwig (Public Domain)

23. Das Studium der Nationalökonomie auf der Kgl. landwirtschaftl. Hochschule, 175 
Die Geschichte der Landwirtschaft im 18. und 19. Jahrhundert 
hat in großen Zügen den Verlauf der Entwicklung der Landwirtschaft 
darzustellen. 
23. Das Studium der Nationalökonomie auf der Königlichen 
landwirtschaftlichen Hochschule. 
Vertreter des Faches bis 1889: Gustav Schmoller, seitdem Max Sering. 
Es ist für den Landwirt nicht weniger wichtig, die gesellschaft- 
lichen Bedingungen seiner Berufstätigkeit kennen zu lernen als die 
naturwissenschaftlichen Grundlagen des Landbaues. Jener Aufgabe 
dienen die nationalökonomischen Vorlesungen und die Übungen im 
staatswissenschaftlichen Seminar. 
I. Die Vorlesungen. 
Es wird in jedem Sommer eine Vorlesung über Nationalökonomie 
gehalten, welche bestimmt ist, einen allgemeinen Überblick über die 
moderne Volkswirtschaft unter den für den praktischen Landwirt be- 
sonders wichtigen Gesichtspunkten zu vermitteln. Die Wintervorlesung 
über Agrarwesen, Agrarpolitik und Landeskulturgesetzgebung behandelt 
die geschichtliche Entwicklung der Agrarverfassung und die agrar- 
politischen Fragen der Gegenwart. 
Il. Das staatswissenschaftliche Seminar 
der landwirtschaftlichen Hochschule wurde im Wintersemester 1889/90 
begründet, nachdem das vorgesetzte Ministerium eine fortlaufende 
Dotation für die Bibliothek bewilligt hatte. Im ersten Semester nahmen 5, 
im zweiten 16 Mitglieder daran teil. Da sich bald zahlreiche Hörer 
von der Universität dazu einstellten, wurden die Übungen im Winter 
1890/91 in das geräumige staatswissenschaftlich - statistische Seminar 
der Universität verlegt und von da an für beide Hochschulen gemein- 
schaftlich abgehalten. Inzwischen hat sich die Teilnehmerzahl auf 60 
bis 80 gesteigert. Die Mitglieder sind überwiegend Personen, welche 
das übliche Hochschulstudium bereits abgeschlossen haben und viel- 
fach schon in der Praxis stehen oder gestanden haben. So gehören 
im Winter-Semester 1905/06 im ganzen 80 Personen dem Seminar an: 
darunter: 16 Landwirte (10 die bereits ihr Diplom-, Lehrer- oder 
Doktor-Examen gemacht haben und ein Großgrundbesitzer), ein ver- 
eidigter Landmesser, 27 sonstige Studierende (meist -- 19 — Juristen 
oder National- Ökonomen, 6 Mathematiker, Historiker, Mediziner), 
15 Staatsbeamte (5 von der Gewerbe-Aufsicht, ein Staatsanwalt a. D., 
2 Assessoren, 3 Referendare, 3 Beamte der Post und des Statistischen 
Amtes), ein früherer Offizier, 13 Industrielle, Kaufleute, Bankbeamte, 
Ingenieure, 2 katholische Geistliche, 2 russische Privatdozenten, ein
	        
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