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Zweites Buch. Wissenschaft 10. Abschnitt. Bibelkritik und Religion

Full text: Deutschland von heute / Berolzheimer, Fritz (Public Domain)

ß88ifien chait. 
In der entgegengesetzen Annahme läge ein voll— 
ständiges Verkennen des Wesens jeder Religion als 
eines Glaubensbekenntnisses. Die Wissenschaft schreitet 
fort (obschon nicht in gerader Linie, stetig, vielmehr 
im Zick Zack mit Rückschlägen — wie alles Werdende). 
Bei jedem Glaubenssystem aber muß man scheiden 
die (grundlegende) Intuition und die darauf bauende 
Ausgestaltung. Diese erfolgt nach dem jeweiligen 
Stand von Kultur und Wissenschaft; also präsumtiv 
vollkommener in der weiter fortgeschrittenen Zeit. Jene 
aber, die Intuition, kann in primitiveren Zeiten, wo 
der Mensch der Natur noch näher steht, wo er un— 
mittelbarer empfindet, sehr wohl eine innigere 
und deshalb richtigere sein, als bei höherer Kultur. 
Auf höherer Kultur sind es fast nur die geistig 
irgendwie Erkrankten, zumindest von der Norm 
Abweichenden, die Visionen, Verzückungen, „Er— 
IIIXDD 
Wer indes einige Zeit die verschiedenen Er— 
—I 
hat, wird sich enttäuscht von ihnen abwenden. Sie 
bieten nur zu oft nicht, was der Mensch braucht: 
Die Hoffnung. 
Der Mensch kann ohne Hoffnung nicht bestehen. 
Darin liegt die Wurzel aller Religion.
	        
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