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Full text: Berlin in Geschichte und Gegenwart / Goldschmidt, Paul (Public Domain)

s8s Im Zeitalter des Absolutismus und des Merkantilsystems. 1648 -1806. 
später nach Dresden. Dort ist er 1729 hochbetagt als sächsischer General 
leutnant gestorben. 
Etwas länger als diese beiden Künstler blieb de Bodt in Berlin. Er 
war einst der Religion wegen aus seiner französischen Heimat nach England 
geflüchtet und nachher aus dem Dienst Wilhelms III. in den Kurfürst 
Friedrichs III. getreten. Auch er ging nach Dresden und fand dort eine 
sehr bedeutende Wirksamkeit. 
Außer dem Schloß und dem Zeughause sind noch einige andere Bauten 
derselben Künstler wenigstens teilweise erhalten: das von Schlüter für den 
Oberhofmeister von Kameke erbaute Landhaus Dorotheenstraße 27, jetzt 
der Loge Royal York gehörend; das Mittelstück von Schloß Monbijou, 
das von Eosander als Sommerwohnung für den Grafen Kolbe von Warten⸗ 
berg gebaut wurde, nach dessen Sturz in den Besitz der Kronprinzessin, 
späteren Königin Sophie Dorothea kam und von dieser den jetzigen Namen 
erhielt; das von de Bodt gebaute Schwerinsche Haus am Molkenmarkt 3 
mit schönem Treppengeländer in Eichenholz und das von Böhme gebaute, 
jetzt von der Direktion für die direkten Steuern benutzte Haus Kloster⸗ 
straße 36, dessen schöne an Schlüters Art und Geschmack erinnernde Fest⸗ 
räume ebenso wie das Treppenhaus kürzlich wiederhergestellt worden sind. 
Andere Bauten jener Zeit, die noch vor zehn und vor zwanzig Jahren 
zu sehen waren, sind inzwischen verschwunden. Von diesen sei noch die 
1889 abgebrochene „Alte Post“ erwähnt. Schon 1685 wird das Posthaus 
in der Poststraße 1, Ecke der Georgen-, späteren Königstraße erwähnt, in 
dem die Post bis 1816 geblieben ist, um dann nach der Königstraße 60 
aund der Spandauer Straße überzusiedeln. Ihr Grundstück reichte bis nahe 
an die Burgstraße heran. 1701 ließ Friedrich das Hintergebäude an der 
Ecke der Burg- und Königstraße ankaufen und an dessen Stelle von Schlüter 
einen Prachtbau aufführen, der von vielen als eins der besten Werke 
Schlüters betrachtet und meist als Palast des Grafen Wartenberg bezeichnet 
wurde. Dieser hat indessen niemals dort gewohnt, nur hat er die neuen, 
schönen Räume mehrmals zu Festlichkeiten benutzt, da er neben vielen anderen 
Ämtern auch das des General-Postmeisters bekleidete. 
Auch von den neuen protestantischen Kirchen — den ersten seit dem 
Mittelalter wieder in Berlin gebauten Kirchen —, welche durch die Ent⸗ 
stehung der neuen Stadtteile und die Zuwanderung der französischen Re— 
formierten erforderlich wurden, ist nicht viel erhalten. Sie sind zuerst in 
sehr schlichter Weise hergestellt und später ganz umgebaut worden. Die erste 
von ihnen war die Neustädtische Kirche in der Dorotheenstraße, ihre jetzige 
Form stammt aus den Jahren 1861-1863; zu dem wenigen in ihr aus 
früherer Zeit Erhaltenen gehört das hervorragend schöne von Schadow 
geschaffene Grabmal für den Grafen von der Mark, einen im Knahenalter
	        
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