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VIII. Am ersehnten Ziele

Full text: Von Sorgen und Sonne / Fuhr, Lina (Public Domain)

192 VIII. Am ersehnten Ziele. 
Jahrzehnten sogar, und die alte Garde hatte sich 
Hilfstruppen herangezogen, die mit ihr verwandt 
oder eng befreundet und daher völlig ergeben waren. 
Die Regisseure, wie Stawinsky, waren Zeitgenossen 
der Frau Crelinger, die sich bereits den Sechzigern 
näherte, künstlerisch aber noch völlig rüstig war und 
auch immer noch wie von altersher mit ihres Mundes 
Lächeln oder den drohenden Falten ihrer Stirn in 
diesen heiligen Hallen unumschränkt herrschte. Klara 
Stich, die Witwe des verstorbenen Franz Hoppé, war 
die Tochter der Crelinger; ein Jahr vorher hatte sie 
eine schwere Krankheit überstanden und die Nach— 
wirkungen derselben veranlaßten auch jetzt noch so 
viel Repertoirstörungen, daß an einen Ersatz gedacht 
werden mußte. Solcher Besetzungsnöten wegen hatte 
mich ja auch Herr von Hülsen schon vor dem 1. April 
herbeizitiert. Je schwerer Frau Hoppé aber die Er⸗ 
füllung ihrer Aufgaben wurde, desto hartnäckiger 
kämpfte sie um all die Rollen, die sie seit 1846 besessen 
hatte, und diese Phalanx von Mutter und Tochter, 
Onkeln und Paten, konnte auch der neue Intendant 
nicht ohne weiteres durchbrechen. Da er neben dem 
eifrigsten Willen, neues Leben aus mancherlei Ruinen
	        
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