Path:
VII. Thalias Fesseln

Full text: Von Sorgen und Sonne / Fuhr, Lina (Public Domain)

1s8 VII. Thalias Fesseln. 
Skandal ist ja stets das wirksamste Zugmittel. Ich 
wußte, was ich zu sagen hatte, wenn ich Rede stehen 
sollte; abzubitten hatte ich nichts und dazu häite ich 
mich in den Tod nicht verstanden. Natürlich war ich 
in einer fieberhaften Aufregung. Als ich die Garde— 
robe verließ, war der erste, den ich sah, Herr Maurice 
in Frack und weißer Halsbinde. Aha, dachte ich, auch 
der ist vorbereitet, herausgerufen zu werden; doch 
schien ihm nicht behaglich zu Mute, er war auffallend 
blaß. In diesem Augenblick brauchte ich alle Selbst⸗ 
beherrschung, ihm nicht durch eine unvorsichtige Tat 
eine Waffe gegen mich zu geben. Die Ouvertüre be— 
gann — der Vorhang ging auf — ich schlug die Por— 
tieren des Zeltes auseinander, trat frei heraus und 
blickte einen Moment ruhig über das Kopf an Kopf 
gedrängte Publikum. Da brach ein Sturm los, aber 
ein Sturm des Beifalls war es, ein Jauchzen und 
Bravoklatschen und Rufen: „Hierbleiben!“ Kein Laut 
von Mißstimmung drang hervor — es war mein 
liebes nachsichtiges Hamburger Publikum, wie ich es 
von jeher gekannt hatte. Minuten brauchte ich, um 
meine bebende Aufregung austoben zu lassen, dann 
erst konnte ich danken und endlich begann die Vor—
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.