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IV. Stuttgarter Tagebuchblätter

Full text: Von Sorgen und Sonne / Fuhr, Lina (Public Domain)

Krähwinkel. 117 
sammen und sprach flüsternd von jener bedenklichen 
Tatsache, die beim Einzuge der Aussteuerwagen eine 
alte Gevatterin festgestellt hatte: sie hatle der Wagen 
dreizehn gezählt, es war in unserer unmittelbaren 
Nähe, unter lautem Schreckensruf gab sie diese 
fürchterliche Beobachtung von sich, und „dreizehn 
Wagen!“ ging es wie ein Lauffeuer durch die 
Scharen der Zuschauer. Dieses böse Omen konnte 
ja nichts Gutes ergeben und war nun der bequeme 
Grund für alle späteren Folgerungen. Hätten die 
Stuttgarter erst gewußt, daß ich ausgerechnet am 
18. zum ersten Male ihr Theater betrat, sie hätten 
mich gewiß gleich per Extrapost heimgeschickt. 
Der Aberglaube wucherte damals üppigst im 
Schwabenländle und trat mir in mannigfachen Ge— 
stalten entgegen. Die Geisterseherei war an der 
Tagesordnung. So war ein Freund des genann⸗ 
ten Musikers Keller, der Cellist Scherzer, nicht nur 
ein großer Astrologe, der uns oftmals aus den 
Sternen das Horoskop stellte; er war auch ein ge— 
waltiger Geisterbeschwörer und verbrachte die Nächte 
in interessantester Unterhaltung mit den Seelen Ab— 
geschiedener, die ihm Dinge erzählten, die der ffent⸗—
	        
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