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Erläuterungen des beigegebenen Bildes

Full text: Briefe Adolph Diesterwegs / Diesterweg, Adolph (Public Domain)

ESrlãuterung des beigegebenen Bilces. 
Über die Urheber des Bildes vergleiche man das Vorwort. 
Das Original ist 3752 cm grob. 
Diesterweg steht in langem Rocke, die Hände auf dem Rüäcken, 
mit gelassener Miene unter leinen Gegnern. Sein hinter ihm stehender 
Senius beschützt ihn mit flammendem Schwerte. WMährend dieler die 
von links heranstürmenden Gegner abwehrt, wendet lich der greise CLud- 
wig Jahn, in eine griechische Toga gehüllt, gegen die Angreifer zur 
Rechten. 
Auf der rechten Seite des Bildes (links von Dg.) erscheinen Per- 
lonen, die in dem Streite zwischen Dg. und Emmerich auf den Rampf- 
platz traten. Emmerich lelblt ist gekennzeichnet durch einen auf leinen 
Schultern sitzenden Schafskopf. Aus leiner Tasche ragt das von ihm 
verfabte Buch „Die Gedankenlosigkeit“ (Diesterwegs und seines Delensors 
Rirchberg). Nur widerwillig geht er gegen seinen ehemaligen Lehrer vor. 
Er wird gedrängt von einer „frommen“ Partei, als deren Vertreter zu- 
nächlt der Bonner Profelsor Bleck sich zeigt. Der Rot, den er gegen 
Dg. zu schleudern gedenkt, fällt auf ihn selbst und auf Smmerich herab. 
Emmerichs fFrau wirft sich dem Prof. Nitzich in die Arme, Hilfe 
erflehend für ihren Gemahl. Entsetzen malt sich auf dem Gesicht des 
Theologieprofessors, der, einem lichtscheuen Vogel gleich, auf der Erde 
hockt. Hinter ihm steht Proj. Sack auf lehr schwachen fFüben, in einen 
geflickten Sack gehüllt, aus dessen Riß heu und Stroh herausragen. 
Seine Haltung drückt tiefen Jammer aus über das Leid, das nach leiner 
Meinung Dg. der Kirche zufügte. Auf seinen Schultern steht der Mil- 
lionsimpektor Richter, der ein stumpfes Messer gegen Dg. schwingt und 
zwilchen dessen Beinen ein Affe turnt. In der erhobenen Linken hält er 
eine Wage. In der einen Schale derselben liegt das damals am Rheine 
geltende Strafgesetzbuch (Code pénal). Dieses erwies sich gegen Dg. als 
unwirklam, was dadurch angedeutet wird, daß die beschwerte Schale 
sich hebt, die leere lich senkt. Neben dem Prof. Sack sitzt der Pastor 
Pieper, mit dem Rücken an einen Stod leiner „Passionsbetrach- 
tungen“ gelehnt, die er nicht verkaufen konnte. Mit einer Schlafhaube 
dedeckt, „piept“ er Lied 2, Vers 2 aus dem reformierten Gelangbuche: 
„Unler Wilsen und Verstand ist mit Finlternis umhbüllet.“ 
Rechts im Vordergrunde liegt ein Denkltein, auf welchem ein 
LCorbeerkranzʒ die Namen Rousseau. Diesterweg“ einschließt. Ottern und 
Schlangengezücht begeifern diese Namen. Von dem den Stein um- 
rankenden Lorbeer fressen ein mit einer Brille bewaffneter Elel und ein 
mit Baffchen ausgestattetes Schaf. Jener scheint den Prof. R. v. Rau- 
mer darstellen zu lsollen. 
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