Path:
An H. Frischbier in Königsberg

Full text: Briefe Adolph Diesterwegs / Diesterweg, Adolph (Public Domain)

AX 
Der Pest.Verein für die Prov. Brandenburg ist nun 
auch genehmigt. Der Herr Oberpralident ertheilt dem Vor- 
stande den Rath, bei der Sorge für die Lehrerwaisen die 
„Mürdigkeit“ der Vater zu berücksichtigen. Ilt das Pesta- 
lozzisch? Sollen die Lehrer Gericht halten über heim— 
gegangene Collegen u. deren „Gutgelinntheit“, deren „Recht- 
gläubigkeit“, deren „Demuth“ und „sStille“ ermessen? 
Sollen sie die Sünden (die „vermeintlichen“) heimsuchen 
an den Kindern? Erbarmte sich Pestalozzi nicht gerade am 
ersten u. tiefsten der allerärmsten u. vernachlässigsten? 
Sie berücksichtigen auch in erster Linie diese. Also 
die Bedürftigkeit, nicht die VGürdigkeit. 
Menm Sie den beiliegenden Artikel47) aufnehmen, so 
könnten Sie mir wohl ein halbes Dutzend belondere Ab- 
züge davon machen laslen, die ich andern Pest.Vereinen 
mittheilen will — u. zusenden unter Kreuzband. Ander- 
wärts giebt es der Lauen u. furchtsamen mehr als bei 
Ihnen. In der Prov. Sachlen hat sich gegen den Allgem. 
Pest.Verein sogar ein Privatverein aufgethan, um jenem 
— wahrscheinlich aus „christlichen Motiven“ — entgegen 
zu wirken. 
Heil Ihrem Vereine u. Grübe an den Vorstand (Herrn 
Sack ete.) von Ihrem Diesterweg. 
909 
Berlin, 17/11 63. 
Hochgelchaãtzter Herr Frilchbier! 
Mit Vergnügen gewahre ich die felte Haltung u. die 
gewinnende Conlequenz Ihres Provinzial-Cehrervereins u. 
Ihres Blattes. In dielen Eigenschaften geben Sie den 
übrigen Provinzen das ermunterndste Beilpiel. Besonders 
erfreut mich der Aufschwung des Pestalozzi-Vereins. 
für jetzt wollte ich Sie ergebenst bitten, den Inhalt 
121
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.