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Erster Teil. 1872-1873 Neuntes Kapitel. Der Sturz Thiers'

Full text: Meine Botschafterzeit am Berliner Hofe 1872-1877 / Gontaut-Biron, Élie de (Public Domain)

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Der Sturz Thiers'. 
che Bande der Anhänglichkeit, Achtung und Dankbarkeit mich mit 
Ihnen verbanden. 
„Unter Ihrer Leitung und auf Ihre Unterstützung bauend, 
habe ich die schwierige Aufgabe übernommen, mein Vaterland in 
Berlin zu vertreten. Sie haben mir diese Aufgabe, so viel an 
Ihnen lag, erleichtert; es war mir eine Freude, mich auf Ihre 
Weisheit und Ihre Geschäftserfahrung zu stützen, und ich werde 
nie die wohlwollende Uneigennützigkeit vergessen, mit der Sie und 
Herr Thiers mir Gelegenheit gaben, einen Vertrag zu unterzeich— 
nen, der bestimmt war, die Leiden unseres Vaterlandes zu lindern. 
„Wie glücklich wäre ich gewesen, wenn die innere Politik uns 
ebenso einig gefunden hätte, wie die äußere. Doch würde ich sehr 
ungerecht und zum mindesten sehr undankbar sein, wenn ich mich 
nicht der Freiheit erinnerte, mit der Sie mir jederzeit gestattet 
haben, Ihnen meine Zweifel und Bedenken vorzutragen. Was 
unser Vaterland betrifft, so habe ich eine zu gute Meinung von 
ihm, um trotz der Spaltungen und der Ungerechtigkeiten der Par— 
teien in den Zeiten der Krisen zu glauben, daß es je die Dienste 
vergessen könnte, die Sie ihm gegenüber dem Ausland geleistet 
haben. 
„Ich weiß im übrigen nicht, ob ich Sie nicht beglückwünschen 
soll, daß Sie die so bereitwillig geopferte Ruhe wiedergefunden ha— 
ben, ohne daß Ihnen von irgend einer Seite der Vorwurf einer 
eines Edelmannes unwürdigen Gesinnung gemacht werden könnte. 
„Wollen Sie usw.“ 
Herr von Remusat erwiderte: 
„Paris, 14. Juni 1878. 
„Verehrter Herr von Gontaut! 
„Sie haben mir einen liebenswürdigen Brief geschrieben, in 
dem ich die mir stets von Ihnen bewiesenen freundlichen Gesin— 
nungen wiedergefunden habe, und der mich sehr erfreut hat. Ich 
vermisse beim Verlassen meiner Stellung nur die wertvollen Be— 
ziehungen, die sie mir anzuknüpfen ermöglichte, unter denen die— 
jenigen, die ich das Glück hatte, mit Ihnen zu pflegen, obenan ste— 
hen. Die Geschäfte, die wir zusammen erledigt haben, sind meine 
schönste Erinnerung aus den letzten zwanzig Monaten.
	        
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