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Erster Teil. 1872-1873 Achtes Kapitel. Die Befreiung des Landesgebietes

Full text: Meine Botschafterzeit am Berliner Hofe 1872-1877 / Gontaut-Biron, Élie de (Public Domain)

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Die Befreiung des Landesgebietes. 
des während der ganzen Angelegenheit wie eine Illusion festge— 
haltenen Gedankens: daß wir im großen und ganzen mit allen 
zufrieden sein dürfen, mit denen wir verhandelt haben. 
„Wir werden nun, soweit möglich, in unseren alltäglichen Be— 
ziehungen mit Preußen etwas Ruhe eintreten lassen und bewei— 
sen, was wir immer ausgesprochen haben, daß die Räumung des 
Gebietes erst den Frieden vollenden und befestigen werde. Die 
Okkupation ist, solange sie dauert, ein Bild des Krieges.“ 
Nach einigen Bemerkungen über die spanischen Verhältnisse 
und die Stellung Preußens zu denselben, fuhr er fort: „Der durch 
den Vertrag hervorgerufene Umschwung der öffentlichen Mei— 
nung beseitigt, wenigstens augenblicklich, die Uneinigkeiten und 
ihre Folgen. Ich hoffe, daß die Nationalversammlung die weni— 
gen Tage, die uns noch von der, im Anschluß an die Festtage und 
die Sitzungen der Generalräte erfolgenden Vertagung trennen, in 
Frieden verbringen wird, so daß wir auf eine Ruhezeit von wenig⸗ 
stens 6 Wochen hoffen dürfen.“ 
Wenige Tage später schrieb ich dem Präsidenten über einige 
während der Verhandlungen entstandenen, von ihm erwähnten 
Unklarheiten, und empfahl ihm dabei auf das wärmste das ge— 
samte Personal der Botschaft, das ich stets voll Eifer und Hinge— 
— 
ders zu loben Veranlassung hatte. In Ermangelung einer Be— 
förderung erbat ich für die Herrn d'Aubigny und Fourchon das 
ihnen bereits während des Krieges versprochene Kreuz der Ehren⸗ 
legion, und richtete diese Bitte auch an Herrn von Remusat. In 
dem Brief an letzteren sprach ich die Hoffnung aus, daß nunmehr 
doch jedermann in Frankreich die Notwendigkeit der Ruhe und des 
Friedens einsehen werde, und schloß mit einer günstigen Nachricht 
betreffend Spanien und sogar Portugal: keine Kandidatur Hohen⸗ 
zollern zu fürchten. Der Fürst Karl Anton und sein Sohn haben 
vor kurzem dem portugiesischen Gesandten, Graf von Rilvas, eine 
förmliche Erklärung in dieser Richtung abgegeben. 
Am 19. März wohnte der Kaiser, den Bitten der Erbauer ent— 
sprechend, der Eröffnung einer von den Linden nach der Ecke der 
Behren⸗ und Friedrichstraße führenden schönen Passage bei, und 
gab in deren oberen Räumen ein Fest in beschränktem Kreise, zu
	        
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