Path:
I. Maschinen- und Modell-Abteilung

Full text: Führer durch das Museum (Public Domain)

20 
Maschinen- und Modell-Abteilung. (Lichthof.) 
Bei der Strohpressung wurde zunächst angestrebt, 
das Ladegewicht eines Eisenbahnwaggons voll ausnutzen 
zu können, um den Transport zu verbilligen. Später 
traten die bessere Raumausnützung in den Scheunen und 
die Leuteersparnis in den Vordergrund. Letztere wird 
häufig noch dadurch erhöht, daß man das Kurzstroh 
mechanisch in die Pressen fördert und mit dem Lang- 
stroh vermengt zu Ballen preßt. Mit der selbsttätigen 
Knüpfung der Pressen seit dem Jahre 1904 wird die 
frühere Handarbeit hinter der Dreschmaschine vollends 
ausgeschaltet. 
Die Reinigung der ausgedroschenen Körnerfrüchte 
von Kaff, Spreu, Unkrautsamen, Staub, Sand und dergl. 
geschah von alters her durch das Worfeln. Im 18. Jahr- 
hundert kamen die ersten Putzmühlen mit Ventilator auf. 
Wenn auch die ersten Konstruktionen der Handarbeit 
nicht allzu überlegen waren, so war doch die Unabhängig- 
keit von Wind und Wetter und von der Geschicklichkeit 
des Worflers ein großer Fortschritt. Die Reinigungs- 
maschinen sind auch als Wurfmaschinen, Korn- 
klappern usw. bekannt. Die erste scheint in Holland 
erbaut zu sein; man nannte sie dort bezeichnenderweise 
Teufel. Von ihrem Getöse kann man sich einen Begriff 
machen, wenn. man an den primitiven Konstruktionen 
(Schrank 4) beachtet, daß die Bewegung des Schüttelbodens 
und der Siebe durch Nocken und gespannte Knaggen 
bewirkt wurde. In England wurden die holländischen 
Maschinen verbessert, die erste deutsche Maschine wurde 
1783 auf dem Rittergute Dölkau des Grafen von Hohen- 
thal aufgestellt. Diese sog. sächsischen (No. 510) oder 
schottischen Putzmühlen erfreuten sich bald eines guten 
Rufes, als in Anpassung an die deutschen Verhältnisse 
auf sorgfältige Entfernung der Unkrautsamen durch mehrere 
Siebe besonderer Wert gelegt wurde, da die Bekämpfung 
des Unkrautes durch Hackkultur noch wenige verbreitet war.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.