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X. Mineralogisch-geologisch-bodenkundliche Abteilung

Full text: Führer durch das Museum (Public Domain)

188 Geologisch- bodenkundliche Abteilung. (Saal 36.) 
Vienenburg a. Harz (hier stehen resp. standen aber meist Phos- 
phorit-Conglomerate an) oder im Grünsand des Tertiär bei Helm- 
stedt nichts anderes als durch Phosphorsäure verkitteter Grünsand, 
manche derselben besitzen jedoch auch sehr feinsandige bezw. 
tonige Grundlage. Sie enthalten 
23—26 p. c. Phosphorsäure (entsprechend 51 p. c. Caleiumphosphat), 
5— € „ Karbonate, 
’ Kisenoxyd, 
Tonerde, 
1 „ Kalk und Natron, 
0,6., Schwefelsäure. 
Auch bei Regenwalde, auf den Inseln Bornholm und Wollin 
haben sich Phosphorite gefunden und lassen sich solche von hier 
aus östlich in einem schmalen Bande von Simbirsk über Tambow, 
Woronesch, Kursk und Smolensk verfolgen (Berendt). 
Phosphate diluvialen Ursprungs sind diejenigen von den 
kleinen Inseln Westindiens: Redondainsel, Sombreroinsel (Kl. 
Antillen). Gr. Antillen: Navassainsel. Inseln u. d. W.: Aruba- 
insel, Gr. Curacaoinsel, Los Roquesinsel, Alta-Velainsel und der 
Ratainse!. 
Bernstein findet sich in beinahe allen Diluvialschichten, und 
wurde er — gleich den nordischen Geschieben — vom baltischen 
Eisstrom nach Zerstörung oligocäner und auch miocäner Tertiär-Ab- 
lagerungen bis an die äußersten Grenzen des Geschiebemergelgebietes 
getragen; frei von Bernstein sind jedoch die östlichsten Teile .des 
russischen Diluvialbezirks. Die Diluvialsande enthalten mitunter 
Bernstein so reichlich, daß derselbe mehrfach mit Nutzen ge- 
graben wurde, wie z. B. in Ost- und West-Preußen, Wie ge- 
sagt, fehlt Bernstein weder in Holland, England, Holstein, in der 
Mark (z. B. bei Oranienburg, im Unteren Diluvialsande des 
Untergrundes von Berlin), noch in Schlesien (in einer Kiesgrube 
bei Ohlau fand sich der größte bisher bekannte Bersteinblock, der 
aber von den Arbeitern zorschlagen wurde) und sind auch hier 
überall vorübergehend sog. Bernsteinadern mit Nutzen ausgebeutet 
worden. Bei der Zerstörung diluvialer Schichten gelangten kleine 
Bernsteinstücke oft in die Tone und Lehme der jetzigen Fluß- 
täler und zeigen daher daraus gefertigte Ziegel nach dem Brennen 
löcherige Beschaffenheit. Der im Diluvisalsande über dem Grund- 
wasserstande vorkommende Bernstein erscheint gewöhnlich mit 
einer dicken Rinde von Eisenverbindungen bedeckt und daher gelb- 
braun gefärbt, derjenige unter dem Grundwasserstande nur mit 
einer dünnen bräunlichen Rinde überzogen. (Jentzsch.)
	        
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