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Erstes Kapitel. Jugend. Erster Koalitionskrieg. 1769 bis 1795

Full text: Denkwürdigkeiten des Generals Friedrich von Eisenhart / Eisenhart, Friedrich von (Public Domain)

Jugend. Erster Koalitionskrieg. 1769 bis 1795. 5 
schon ein Junker bei selbiger befand. Freilich konnte der Eska— 
dronschef damals diesen Aufwand leicht bestreiten, da dessen 
Einnahme das Dreifache des jetzigen Etats betrug und man 
überdem in den kleinen Garnisonen Schlesiens sehr wohlfeil 
lebte; allein es blieb doch immer höchst dankenswert, da es nicht 
zu den Pflichten des Eskadronschefs gehörte und die Offiziere 
in den Garnisonen kaum Gelegenheit gefunden haben würden, 
ihre Bedürfnisse in dieser Beziehung anständig befriedigt zu 
sehen. Ein noch größerer Vorteil für diese jungen Leute 
war es aber, daß sie beständig in eine Art von Aufsicht, wenn 
ich mich so ausdrücken darf, versetzt wurden und ihr Be— 
nehmen regeln mußten, wenn sie diesen Vorteil nicht verlieren 
wollten. 
So wie überall die guten Beispiele von oben herab die 
wirksamsten sind, so war dies auch hier der Fall. Der Oberst 
v. Köhler, welchen der Große König besonders schätzte, war 
außer der Tour (was damals ein höchst seltenes Ereignis war 
und, beiläufig gesagt, niemals ohne wahre und große Verdienst⸗ 
lichkeit geschah) von dem Ziethenschen Husaren-Regiment, bei 
dem er als Major stand, zu diesem als Kommandeur versetzt 
worden, und dieser vorzügliche Mann hatte sein ganzes Streben 
dahin gerichtet, einen feinern Ton, als bisher in den Regimen⸗ 
tern herrschte, unter den Offizieren und eine menschlichere Be— 
handlung des gemeinen Soldaten allgemein eingeführt zu sehen, 
welches ihm auch in kurzer Zeit vollkommen gelang, wenngleich 
eine höhere Bildung dem größern Teil des Offizier-Korps aller⸗ 
dings wohl fehlte; denn damals kannte man weder Divi⸗ 
sions- noch Kriegsschulen, aus welchen man jetzt schon die künf⸗ 
tigen Befehlshaber ganzer Korps mit freudigem Erstaunen, 
wenngleich auch vorläufig nur als Leutnants, hervortreten 
sieht. 
Wie gern wäre ich auch bei dieser Eskadron geblieben, 
teils um mit meinem Bruder zusammen sein zu können, teils 
aber auch, um mich einer ebenso freundlichen Behandlung zu 
erfreuen. Aber leider konnte dies nicht sein, und ich mußte nach
	        
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