Path:
Fünfzehntes Kapitel. Die Revolution in Altenburg. Abschied. 1830/31

Full text: Denkwürdigkeiten des Generals Friedrich von Eisenhart / Eisenhart, Friedrich von (Public Domain)

264 
Fünfzehntes Kapitel. 
die Fenster eingeschlagen, sondern auch die Bewohner zur Flucht 
genötigt hätten. Dann wären die Möbel zu den Fenstern her⸗ 
ausgeworfen und mehr dergleichen Unfug getrieben worden, ohne 
daß von seiten der Bürgerschaft ihnen Einhalt getan sei. Diese 
Haufen wären nun immer zahlreicher geworden und hätten sich, 
etwa 40 bis 50 an der Zahl, bis auf die Mitte des Schloßberges 
begeben, um in das Schloß zu dringen, welches jedoch überall 
verschlossen gewesen sei. Daselbst angekommen, hätte der Herzog 
Adam von Württemberg!) — der einzige, der nebst dem Herzog 
den Mut nicht verloren habe — ihnen aus dem Fenster zuge— 
rufen, Halt zu machen und sich zu erklären, was sie dem Herzoge 
etwa vorzutragen wünschten. Hierauf hätten sie auf unan— 
ständige Weise verlangt, daß der Herzog zu ihnen herunterkom⸗ 
men sollte, und daß sie ihn erwarten wollten, sonst würden sie 
das Schloß bestürmen. Der Herzog befand sich, nachdem er von 
dem Ausbruch der Unruhen hörte, bei seiner Schloßwache und 
wollte mit selbiger und dem in der Vorstadt in Quartier liegen⸗ 
den Militär, 150 Mann stark, sogleich in die Stadt vorrücken 
und der Sache dadurch ein Ende machen; allein seine Minister 
hatten dies widerraten und brachten es dahin, daß der Herzog 
auf dem Schlosse sich ruhig verhielt. Auch der Herzog Adam 
von Württemberg erbot sich, mit dem Militär gegen die Empörer 
zu marschieren, ohne Erfolg. Nun, nachdem man es so weit hatte 
kommen lassen, war es zu spät, und man wußte sich auf dem 
Schlosse nicht zu raten. Aber der alte Fürst entschloß sich, in 
Begleitung seiner Söhne und des Herzogs Adam sowie auch 
einiger seiner Umgebung zu den Ruhestörern herabzugehen und 
sie auf eine väterliche Weise zur Ruhe zu ermahnen, mit der 
Versicherung, daß er ihre etwanigen Beschwerden nicht allein an⸗ 
hören, sondern auch nach Recht und Billigkeit sie zufriedenstellen 
wolle. Aber diese Unsinnigen erfrechten sich, im Gesetzgeberton 
gegen ihren Herrn zu sprechen, forderten, daß auf der Stelle die 
) Herzog Adam (1792 bis 1847), Sohn Herzog Ludwigs, eines 
Bruders König Friedrichs J. von Württemberg.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.